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Politik Sondergipfel soll die Griechen retten
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21:39 18.06.2015
Das griechische Parlament in Athen ist zum Sinnbild für die Schuldenkrise geworden. Quelle: Yannis Kolesidis/dpa
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Athen/Brüssel

"Es ist Zeit, dringend über die Lage in Griechenland auf höchster politischer Ebene zu sprechen", schrieb Tusk im Kurznachrichtendienst Twitter. Schon bei der Eurogruppensitzung in Luxemburg hatte der irische Finanzminister Michael Noonan gesagt, dass die "Chefs" in der kommenden Woche in der Griechenlandkrise beraten werden. Das Krisentreffen wird nur wenige Tage vor dem regulären EU-Gipfel stattfinden, der für Donnerstag und Freitag geplant ist. Bei diesem Gipfel werden die Regierungsspitzen aller 28 EU-Staaten zusammenkommen.

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Der griechische Finanzminister Giannis Varoufakis warb in Luxemburg für Unterstützung. Ziel müsse es sein, ein "kostspieliges Zerwürfnis durch einen wirksamen Konsens zu ersetzen", sagte er vor dem Treffen. Danach gab er an, einen "umfassenden Vorschlag" vorgestellt zu haben, "um die griechische Krise ein für alle Mal zu beenden". Laut Diplomaten warb Varoufakis erneut für einen Schuldenschnitt, blieb aber die geforderten konkreten Reformvorschläge schuldig.

Griechenland verhandelt seit Monaten mit seinen internationalen Geldgebern über die Bedingungen für die Auszahlung ausstehender Finanzhilfen von 7,2 Milliarden Euro. Streit gibt es vor allem über von den Gläubigern geforderten Einschnitte bei den Renten und die Erhöhung der Mehrwertsteuer. Bis das griechische Hilfsprogramm Ende Juni ausläuft, bleiben nur noch wenige Tage. Dann müsste Athen eine Rate von 1,5 Milliarden Euro an den Internationalen Währungsfonds (IWF) zurückzahlen.

Lagarde: Es gibt keinen Aufschub mehr

Der IWF zieht nun die Daumenschrauben an. Es werde "keinen Zahlungsaufschub" mehr geben, sagte IWF-Chefin Christine Lagarde, die an dem Finanzministertreffen teilnahm. "Wenn es am 1. Juli nicht gezahlt ist, dann ist es nicht gezahlt." Sie zeigte sich sichtlich verärgert: Dringend notwendig sei ein Dialog "mit Erwachsenen im Raum".

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte Athen vor dem Finanzministertreffen gedrängt, sich zu bewegen. "Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg", erklärte sie am Morgen im Bundestag an die griechische Regierung gewandt. "Die Bemühungen Deutschlands sind darauf gerichtet, dass Griechenland in der Eurozone bleibt", so Merkel.

afp/dpa

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