Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Politik Kosovo-Truppe soll auf 10.000 Soldaten verkleinert werden
Mehr Welt Politik Kosovo-Truppe soll auf 10.000 Soldaten verkleinert werden
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:40 11.06.2009
Die NATO will ihre Truppenzahl im Kosovo deutlich reduzieren, bis Ende des Jahres soll das Kontingent um mehrere tausend Soldaten auf rund 10.000 verkleinert werden. Quelle: Armend Nimani/afp

Auch von den rund 2300 Bundeswehr-Soldaten können einige auf eine Rückkehr vor Weihnachten hoffen.

Jung sagte, wenn die NATO die Verkleinerung der Kosovo-Truppe noch am Donnerstag wie geplant beschließe, werde die Bundesregierung „selbstverständlich auch deutsche Soldatinnen und Soldaten abziehen“. Wieviele Bundeswehr-Soldaten bis Jahresende aus dem Kosovo zurückkehren können, ließ der Minister offen. Es handele sich aber um eine „angemessene“ Zahl.

Deutschland ist mit 2350 Soldaten größter Truppensteller der KFOR. Nach NATO-Angaben sind derzeit insgesamt rund 13.700 Soldaten im Kosovo stationiert.

Die Reduzierung der KFOR bis Jahresende ist laut Diplomaten nur der erste Schritt zu einer möglichen Verkleinerung auf eine Rumpftruppe. Wenn bestimmte Bedingungen wie etwa die Sicherheit im serbisch besiedelten Norden erfüllt sind, könnte die NATO die Truppe in einem zweiten Schritt auf rund 5700 Soldaten verkleinern und dann in einem dritten auf rund 2300. „Es wird immer noch eine NATO-Präsenz im Kosovo geben, und das ist sehr wichtig“, sagte der dänische Verteidigungsminister Sören Gade.

Am Freitag jährt sich zum zehnten Mal der Tag, an dem die NATO in die ehemalige serbische Provinz einzog. Ziel war es, die überwiegend albanischstämmige Bevölkerung vor Übergriffen der serbischen Armee zu schützen. Vor gut 16 Monaten erklärte sich das Kosovo unabhängig von Serbien.

Die spanische Verteidigungsministerin Carme Chacón begrüßte die geplante KFOR-Verkleinerung. Spanien hatte im Frühjahr als erster NATO-Staat überraschend einen Truppenabzug angekündigt und das Bündnis so unter Zugzwang gesetzt. Spanien hat das Kosovo aus Furcht vor Unabhängigkeitsbestrebungen im eigenen Land nicht als Staat anerkannt.

Ermöglicht wird die KFOR-Verkleinerung auch durch die deutlich verbesserte Sicherheitslage, wie Diplomaten betonen. Bis September sollen nach Jungs Angaben 2500 kosovarische Sicherheitskräfte ausgebildet sein. Die europäische Polizei- und Justizmission EULEX zählt inzwischen 2500 Experten im Kosovo.

Am Rande des NATO-Rats wollte Jung unter vier Augen mit Pentagonchef Robert Gates beraten. Dabei ging es unter anderem um Fortschritte bei den START-Verhandlungen zur nuklearen Abrüstung. Als „sehr positiv“ wertete Jung die Äußerungen von Russlands Ministerpräsident Wladimir Putin, der am Mittwoch einen möglichen Verzicht auf Atomwaffen signalisiert hatte. „Aber es muss selbstverständlich für alle gelten, die Nuklearwaffen besitzen“, fügte Jung mit Blick auf andere Atommächte wie die USA hinzu.

Weitere Themen des NATO-Rats waren die Mission gegen Piraten und der Einsatz in Afghanistan. Am Freitag wollten die 42 Truppensteller-Staaten der internationalen ISAF-Truppe in Brüssel beraten. Zur Absicherung der afghanischen Wahlen im August will Deutschland 600 Soldaten zusätzlich entsenden. Derzeit sind rund 3700 Bundeswehr-Soldaten vor Ort. Von den 600 Mann Verstärkung sollen 400 vorerst am Hindukusch bleiben.

afp

Thüringens Ministerpräsident Dieter Althaus (CDU) hält den Solidaritätszuschlag trotz der geringeren Auswirkungen der Wirtschaftskrise in Ostdeutschland für unverzichtbar.

11.06.2009

Im Koalitionsstreit um die Insolvenz des Karstadt-Mutterkonzerns Arcandor hat der CDU-Vizevorsitzende Roland Koch die Sozialdemokraten scharf angegriffen.

11.06.2009

Eine Woche vor dem EU-Gipfel haben sich Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und der französische Staatschef Nicolas Sarkozy gemeinsam für eine zweite Amtszeit von EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso ausgesprochen.

11.06.2009