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Politik Konflikt in Syrien spitzt sich zu
Mehr Welt Politik Konflikt in Syrien spitzt sich zu
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15:30 19.06.2012
Foto: Bei erneuten Auseinandersetzungen sind in Syrien zahlreiche Menschen getötet worden.
Bei erneuten Auseinandersetzungen sind in Syrien zahlreiche Menschen getötet worden. Quelle: dpa (Archivfoto)
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Damaskus

Unter den Toten seien elf Kinder. Die unbewaffneten UN-Militärbeobachter waren in der vergangenen Woche attackiert worden und hatten ihre Aktivitäten in Syrien daraufhin für unbestimmte Zeit eingestellt. Die meisten Opfer habe es in Duma im Umland von Damaskus gegeben, hieß es. Ein Regimegegner in der syrischen Hauptstadt sagte, viele Verletzte und Leichen hätten noch nicht geborgen werden können. „Wegen der andauernden Bombardierung ist es bisher niemandem gelungen, mögliche Überlebende zu bergen, die noch unter den Trümmern liegen.“

Das Regime von Präsident Baschar al-Assad erklärte indes, rund 1000 Familien in Sicherheit bringen zu wollen, die in vier belagerten Stadtteilen von Homs eingeschlossen sind. Die Aufständischen würden allerdings die Frauen und Kinder als „menschliche Schutzschilde“ missbrauchen, behauptete die staatliche Nachrichtenagentur Sana. Nach Angaben von Aktivisten in Homs bestehen die Rebellen darauf, dass nicht die syrischen Behörden, sondern internationale humanitäre Organisationen notleidenden Menschen in Sicherheit bringen.

Für die Bevölkerung in der vom Konflikt weitgehend unberührten Hauptstadt Damaskus wird es indes auch wirtschaftlich zunehmend schwieriger. Geldwechsler dürfen an jeden Bürger noch maximal Devisen im Wert von 2000 US-Dollar ausgeben. Das hat dazu geführt, dass vermögende Syrer ihren Landsleuten Geld geben, wenn sie für sie Geld wechseln gehen. Das syrische Pfund hat seit Beginn des Aufstandes gegen Assad im März 2011 gegenüber dem US-Dollar 45 Prozent seines Wertes eingebüßt.

In einem gemeinsamen Appell forderten US-Präsident Barack Obama und Russlands Präsident Wladimir Putin am Montag (Ortszeit) eine Waffenruhe in Syrien. Bei ihrem Treffen am Rande des Gipfels der großen Industrie- und Schwellenländer (G20) im mexikanischen Los Cabos verlangten beide „eine sofortige Einstellung aller Gewalt“. Man unterstütze die Bemühungen für einen politischen Übergang zu einem „demokratischen und pluralistischen“ System.

Bundesverteidigungsminister Thomas de Maizière begrüßte den Verlauf der Gespräche zwischen Obama und Putin. „Ein wichtiger Schlüssel für den Fortschritt liegt in russischen Händen“, erklärte er am Rande eines Besuches im Golfemirat Abu Dhabi. Nach UN-Schätzungen wurden seit Beginn des Aufstands in Syrien 14.000 Menschen getötet. Überprüfen lassen sich diese Angaben nicht, weil das Regime eine Medienblockade über das Land verhängt hat.

dpa