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Politik Senioren-Fahrtests: So unausweichlich wie der nächste Stau
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16:43 06.02.2019
Gas und Bremse verwechselt: ein Fahrfehler, der fast nur von Senioren begangen wird Quelle: Alexander Woelfl/dpa

Wer heute seinen Führerschein macht, erhält diesen erst einmal auf Probe – und für zwei Jahre ein striktes Alkoholverbot am Steuer. Es gibt wohl nur wenige, die diese Maßnahme in Zweifel ziehen. Umso verwunderlicher ist die Zurückhaltung des Verkehrsministers, wenn es um ältere Autofahrer geht.

Der Führerschein als Symbol der Freiheit

Schon klar: Fahrtauglichkeit im Alter ist ein heißes Eisen. Denn wer seinen Führerschein abgeben muss, verliert ein Stück (Bewegungs-)Freiheit und Individualität. Aber die Freiheit endet normalerweise dort, wo andere Menschen über das normale Maß hinaus gefährdet werden. Und das kann bei älteren Autofahrern auf Grund nachlassender körperlicher Fähigkeiten irgendwann der Fall sein.

In anderen europäischen Ländern ist es deshalb längst üblich, die Fahrtauglichkeit regelmäßig zu überprüfen. Und die Schweiz, Finnland oder Dänemark sind keineswegs als Horte der Unfreiheit oder für institutionelle Altersdiskriminierung bekannt.

Eine politische Feigheit des Ministers

Regelmäßige „Feedbackfahrten“ beispielsweise mit einem Fahrlehrer könnten Senioren am Steuer helfen, ihre Fähigkeiten realistisch einzuschätzen. Und diese müssten bei kleineren Schwächen ja auch nicht sofort zum Führerschein-Entzug führen. Dass sich der Verkehrsminister nicht traut, solche Fahrtests einzuführen, ist politische Feigheit. Der Verkehrssicherheit dient er damit nicht.

Noch scheint Scheuer mit seiner Verweigerungshaltung davon zu kommen. Da die Bundesbürger (zum Glück) immer älter werden, dürfte aber auch die Zahl der Senioren am Steuer weiter steigen. Irgendwann sind Fahrtests dann so unausweichlich wie der nächste Stau.

Von Christian Burmeister/RND

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