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Politik Kirche: Bei jedem Missbrauchsverdacht Staatsanwaltschaft einschalten
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15:48 31.08.2010
Bischof Stephan Ackermann: Die neuen Leitlinien gelten ab Herbst. Quelle: dpa
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Die katholische Kirche Deutschlands will künftig grundsätzlich bei jedem Verdacht auf sexuellen Missbrauch die Staatsanwaltschaft einschalten. Diese Meldepflicht entfalle nur, wenn das Opfer dies ausdrücklich wünsche, sagte der Missbrauchsbeauftragte der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Stephan Ackermann, am Dienstag in Trier. Er stellte die verschärften Leitlinien der Kirche zum Vorgehen bei sexuellem Missbrauch vor, mit denen die deutschen Bischöfe auf den jüngsten Missbrauchsskandal reagieren. Anders als die Vorschriften von 2002 gelten die Regeln nicht nur für Geistliche, sondern für alle Mitarbeiter im Dienst der Kirche.

Die umstrittene Frage der finanziellen Entschädigung von Opfern wurde in den Leitlinien, die ab 1. September gelten, ausgeklammert. Darüber solle mit der Bundesregierung, Experten und Opferverbänden am Runden Tisch geredet werden. „Wir werden uns nicht hinter dem Runden Tisch verstecken, halten aber ein abgestimmtes Vorgehen unverändert für richtig und wichtig“, sagte Ackermann. Eine ungleiche Behandlung könne sonst neue Ungerechtigkeiten für Opfer bedeuten.

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„Die schrecklichen Erkenntnisse und Erfahrungen der vergangenen Monate haben uns gezeigt, dass die Leitlinien von 2002 nicht in allen Punkten präzise genug waren“, sagte der Trierer Bischof. „Deshalb haben wir sie noch einmal einer besonders kritischen Prüfung unterzogen und verschärft.“

dpa

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