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08:21 18.12.2009
Von Marina Kormbaki
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So richtete Premierminister Giorgos Papandreou gestern einmal mehr die Bitte an die streikenden Griechen, zur Bekämpfung der katastrophalen Finanzlage „die Reihen zu schließen“ – es ist der Appell an einen Gemeinsinn, der sich in der von Patronage und Vetternwirtschaft geprägten griechischen Gesellschaft kaum jemals ausprägen konnte. Der Staat gilt als gut, wenn er gibt – nicht aber, wenn er nimmt. So verwundert es nicht, dass das diesjährige Haushaltsdefizit mit 30 Milliarden Euro genauso hoch ist wie die geschätzte Summe, die die Griechen jährlich an Steuern hinterziehen.

Dass vorgestern Schulen geschlossen blieben, gestern Sprechstunden ausfielen und es heute keine Zeitungen im Land gibt, weil in diesen Tagen Tausende wütende Lehrer, Ärzte und Journalisten durch Athen ziehen, zeigt, dass das Klientelsystem hellenischer Prägung an seine Grenzen gelangt ist. Berufsgruppen, denen der immens aufgeblähte Staatsapparat bislang ihr Auskommen sicherte, fürchten jetzt um ihre Privilegien, ihre Gehälter und ihre Pensionen.

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In einer Gesellschaft, der stets allem voran das ausschweifende Verteilen von Subventionen als Kitt gedient hat, stellt deren Streichung eine Gefahr für den sozialen Frieden dar. Aber wenn Papandreou sein Land aus der kollektiven Verantwortungslosigkeit führen will, bleibt keine andere Wahl.

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