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Politik Keine Waffenruhe zwischen Israel und Hamas im Gaza-Konflikt
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08:40 18.11.2012
Die israelische Luftwaffe hat ihre Angriffe am Sonntagmorgen fortgesetzt. Quelle: dpa
Tel Aviv/Gaza

Ungeachtet aller Spekulationen zeichnet sich im Gaza-Konflikt zwischen Israel und der radikal-islamischen Hamas keine Waffenruhe ab. Die israelische Luftwaffe setzte ihre heftigen Angriffe auch am frühen Sonntagmorgen (Ortszeit) fort, berichtete ein Reporter der Nachrichtenagentur dpa in Gaza-Stadt. Auch in der Nacht gingen die Bombardierungen weiter. Die israelischen Streitkräfte erklärten nach israelischen Medienberichten, die Marine habe von See her Ziele beschossen. Der ägyptische Präsident Mohammed Mursi hatte von „Anzeichen für eine Feuerpause“ gesprochen.

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu will die Angriffe im Gazastreifen beenden, wenn zugleich die Raketenattacken auf Israel eingestellt werden. Dies habe er in Telefongesprächen mit US-Präsident Barack Obama und Bundeskanzlerin Angela Merkel gesagt, berichtete die Zeitung „Haaretz“ am Samstag. Israel hat seit Mittwoch fast 1000 Ziele im Gazastreifen mit dem erklärten Ziel angegriffen, Raketen, Waffenlager und andere Hamas-Einrichtungen zu zerstören. Die Hamas und andere militante Gruppen in der Enklave am Mittelmeer feuerten zugleich fast 750 Raketen und Granaten Richtung Israel ab. Bisher gab es dabei insgesamt 48 Tote.

Die im Gazastreifen herrschende Hamas nannte einem Bericht der israelischen Zeitung „Jediot Achronot“ zufolge Bedingungen für ein Ende der Raketenangriffe. Die seit 2007 bestehende Blockade der Enklave durch Israel und Ägypten müsse aufgehoben und die Tötungen von Mitgliedern militanter Palästinensergruppen durch Israel aufhören. Die Zeitung berief sich am Samstag auf die Islamisten nahe Webseite Palestine Al-Jum. Die Forderungen habe der Hamas-Exilchef Chaled Maschaal dem Leiter des ägyptischen Geheimdienstes, Rafat Schehata, genannt.

Medienberichten zufolge soll ein israelischer Unterhändler nach Kairo gereist sein, um den Entwurf einer Vereinbarung über ein Ende der Gewalt zu prüfen. Die israelische Regierung schwieg zunächst zu den Berichten. Der als besonders gut vernetzt geltende israelische Journalist Amit Segal schrieb via Twitter, ein hochrangiger israelischer Beamter habe Verhandlungen über ein Ende der Gewalt bestätigt. Ein Emissär sei jedoch nicht nach Kairo entsandt worden.

Nach Angaben des Hamas-Sprechers Usama Hamdan war auch Hamas-Chef Chaled Maschaal in der ägyptischen Hauptstadt an den Kontakten für einen Waffenstillstand beteiligt.

Die palästinensische Nachrichtenagentur Maan berichtete, dass am frühen Sonntagmorgen ein von palästinensischen Journalisten in Gaza-Stadt benutztes Gebäude getroffen worden sei. Sechs Journalisten seien verletzt worden.

Israel bombardiert seit Mittwoch pausenlos Ziele im Gazastreifen und vertraut dabei auf den engen Verbündeten USA. Nach den Worten eines hochrangigen Sicherheitsberaters Obamas hat die Regierung Netanjahu die Entscheidung über eine mögliche Bodenoffensive im Gazastreifen selbst in der Hand: „Wir wollen dasselbe wie die Israelis“, sagte Ben Rhodes während eines Flugs nach Asien zu Journalisten. „Und das ist ein Ende des Raketenbeschusses aus Gaza.“

Die Arabische Liga kündigte einen Solidaritätsbesuch im Gaza-Streifen an. Die Liga kritisierte die Angriffe als „Verbrechen gegen die Menschlichkeit“. Libanons Außenminister Adnan Mansour rief die arabischen Staaten zu einem diplomatischen Boykott Israels auf. Tunesiens Außenminister Rafik Abdel Salam stattete Gaza einen Solidaritätsbesuch ab und forderte einen sofortigen Stopp der israelischen Angriffe. Bereits am Freitag hatte Ägyptens Ministerpräsident Hischam Kandil mit einem Kurzbesuch Unterstützung für die Palästinenser demonstriert. 

dpa

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