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Politik Kassen wollen Zusatzbeiträge durch Einsparungen vermeiden
Mehr Welt Politik Kassen wollen Zusatzbeiträge durch Einsparungen vermeiden
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15:04 10.02.2010
Quelle: ap
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Hersteller, Handel, Staat und die Kassen müssten gemeinsam für die notwendige Kostenreduzierung sorgen, sagte der Vizevorsitzende des GKV-Spitzenverbands, Johann-Magnus von Stackelberg, am Mittwoch nach einem Treffen mit Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) in Berlin. „Jeder eingesparte Euro erhöht die Chance, weitere Zusatzbeiträge zu verhindern.“ Als Möglichkeiten nannte er die Absenkung der Mehrwertsteuer auf Medikamente und die Anhebung des Herstellerrabatts, den die Pharmafirmen den Kassen gewähren.

Rösler sagte, durch kurzfristige und langfristige Maßnahmen sollten Belastungen für die Versicherten vermieden und Preisstabilität erreicht werden. Es solle insbesondere auch eine Kosten-Nutzen-Bewertung vorgenommen werden. In den kommenden Wochen werde er weitere Gespräche mit der Industrie führen, um dann ein abgestimmtes Konzept vorzulegen.

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Ein vom Spitzenverband der gesetzlichen Krankenkassen (GKV) am Mittwoch vorgelegtes Konzept soll Einsparungen in Milliardenhöhe bringen. Darin wird eine Erhöhung des Herstellerabschlags vorgeschlagen, die die Hersteller den Krankenkassen bei verschreibungspflichtigen Arzneimitteln gewähren. Eine Anhebung des derzeitigen Satzes von sechs Prozent um einen Prozentpunkt brächte demnach zusätzliche Einsparungen in Höhe von 110 Millionen. Dies sollte mit einem Preismoratorium verbunden werden.

Die Apotheken sollten einen Sparbeitrag leisten, indem der Großkundenrabatt auf die bisherige Höhe von 2,30 Euro begrenzt wird. Dadurch könnten 330 Millionen Euro eingespart werden. Ein Sparbeitrag des Großhandels soll weitere 500 Millionen Euro erbringen. Zudem wollen die gesetzlichen Krankenkassen den Mehrwertsteuersatz für Arzneimittel auf sieben Prozent reduzieren. Dies brächte Schätzungen zufolge gut drei Milliarden Euro an Einsparungen.

afp