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Politik Angela Merkel hat wieder einen Zitteranfall
Mehr Welt Politik Angela Merkel hat wieder einen Zitteranfall
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17:41 27.06.2019
Bundeskanzlerin Angela Merkel. Quelle: Kay Nietfeld/dpa
Berlin

Sorge um die Bundeskanzlerin: Nur acht Tage nach ihrem Aufsehen erregenden Schwächeanfall hat Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am Donnerstag die gleichen Probleme wieder gehabt.

Bei der Überreichung der Ernennungsurkunde an die neue Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD) fing die Kanzlerin im Schloss Bellevue plötzlich an, am ganzen Körper zu zittern. Sobald sie sich anschließend bewegte, sei es ihr wieder besser gegangen, wie auf einem Video zu sehen ist.

Merkel bekam ein Glas Wasser angeboten, das sie zwar annahm, aber gleich wieder zurückgab, ohne daraus zu trinken.


Der Vorfall im Schloss Bellevue im Video:

In der vergangenen Woche hatte Merkel bei einem Empfang des neuen ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj erheblich gezittert. Während sie gemeinsam mit Selenskyj auf das Abschreiten der Ehrenformation der Bundeswehr wartete, begannen ihre Beine und ihr Körper heftig zu zittern.

Als sie mit dem Präsidenten dann die Formation abschritt, hatte sich das sichtbar wieder gelegt. Merkel erklärte später, sie habe an dem heißen Tag zu wenig getrunken.

Zitteranfall trotz kühler Temperaturen

Am Donnerstagmorgen war es in Berlin allerdings nach mehreren Hitzetagen kühl, was Spekulationen um den Gesundheitszustand der Kanzlerin weiter anheizen könnte. Merkel zitterte fast zwei Minuten lang, legte immer wieder die Arme vor dem Körper übereinander, offenbar um nicht die Kontrolle zu verlieren.

Regierungssprecher Steffen Seibert sagte auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur über mögliche Auswirkungen des neuerlichen Vorfalls auch auf Merkels am Mittag geplante Reise zum G20-Gipfel nach Japan: „Alles findet statt wie geplant. Der Bundeskanzlerin geht es gut.“ Merkel saß anschließend im Bundestag auf der Regierungsbank.

Merkel nimmt an G20-Gipfel teil

Sie flog denn auch wenige Stunden nach ihrem neuerlichen Zitteranfall zum G20-Gipfel der führenden Industrienationen im japanischen Osaka.

An diesem Wochenende steht die Kanzlerin nun zusätzlich unter Zeitdruck, weil sie schon am Sonntagabend zu einem Sondergipfel der EU zur Besetzung der europäischen Spitzenposten in Brüssel sein muss. Allein diese Reisetätigkeit mit ihren Klima- und Zeitunterschieden kann einen Einblick vermitteln, unter welchem zeitlichen, körperlichen und psychischen Druck die Kanzlerin seit ihrem Amtsantritt 2005 steht. Immer wieder wurde Merkels hohe Belastbarkeit und Ausdauer beschrieben.

Ein Arzt ist Teil der Delegation

Ein Regierungssprecher wollte sich zur medizinischen Versorgung der Kanzlerin grundsätzlich nicht äußern. Bei „größeren Auslandsreisen“ sei allerdings „ein Arzt des Auswärtigen Amtes Teil der Delegation“. Beim Bundespräsidenten ist es ähnlich geregelt.

Anders als dem US-Präsidenten stehen hohen Politikern in Deutschland keine Leibärzte zur Verfügung. Die medizinische Betreuung dürfte gut sichergestellt sein, sind doch vom Kanzleramt aus Charité und Bundeswehrkrankenhaus quasi um die Ecke. Man kann grundsätzlich annehmen, dass die ärztliche Versorgung der Kanzlerin in Deutschland fast so ähnlich aussieht wie die eines Normalbürgers mit Hausarzt und Fachärzten. Es trifft sich zudem gut, dass Kanzleramtschef Helge Braun gelernter Anästhesist und Intensivmediziner ist.

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Von RND/dpa

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