Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Politik Kaiserschnitt-Kinder sind öfter fettleibig
Mehr Welt Politik Kaiserschnitt-Kinder sind öfter fettleibig
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:13 04.09.2019
Ein Baby, das per Kaiserschnitt zur Welt gekommen ist.
Berlin

Kaiserschnitt-Kinder haben deutlich mehr Gesundheitsprobleme als Kinder, die auf natürlichem Weg zur Welt gekommen sind. Das geht aus dem Kindergesundheitsreport der Techniker Krankenkasse (TK) hervor, der am Mittwoch in Berlin vorgestellt wurde.

Demnach steigt für Kaiserschnitt-Kinder das Risiko, in den ersten acht Lebensjahren an Fettleibigkeit (Adipositas) zu erkranken, um fast 36 Prozent. Das Risiko für Persönlichkeitsstörungen wächst um rund 31 Prozent. Die Wahrscheinlichkeit für Aktivitäts- und Aufmerksamkeitsstörungen wie ADHS ist bei Kaiserschnitt-Kindern um fast 16 Prozent höher. Als Konsequenz forderte Kassen-Chef Jens Baas, die Zahl der Kaiserschnitte in Deutschland so weit wie möglich zu reduzieren.

Mehr lesen: Ist ein Kaiserschnitt gefährlich?

„Es wird zu oft zum Messer gegriffen“

„Kaiserschnitte haben für die Gesundheit der Kinder weitreichendere Folgen, als vielen bisher bewusst ist“, sagte Baas. Daher müssten im Interesse der Kinder medizinisch nicht notwendige Kaiserschnitte vermieden werden. „Denn in vielen deutschen Kreißsälen wird immer noch zu oft zum Messer gegriffen“, beklagte der Kassen-Chef. Bei der Entscheidung über einen Kaiserschnitt sollten Ärzte und Eltern auch die Folgen für die Gesundheit des Kindes im Blick haben, mahnte Baas.

Lesen Sie auch: Neue Erklärung – Darum steigt die Zahl der Kaiserschnitte

Die Bundesrepublik liegt mit einer Kaiserschnitt-Rate von 30,5 Prozent von allen Klinikentbindungen 2017 über dem westeuropäischen Durchschnitt (27 Prozent). Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) schätzt, dass im Schnitt nur bei 10 bis 15 Prozent der Geburten ein Kaiserschnitt unbedingt medizinisch erforderlich ist. Regional differiert die Kaiserschnitt-Rate in Deutschland stark – von 24,0 Prozent in Sachsen bis 37,2 Prozent im Saarland. „Diese Unterschiede lassen sich kaum durch medizinische Faktoren erklären“, erklärte Baas.

Kaiserschnitt-Raten in Deutschland

Für den Report hat die TK die Behandlungsdaten von fast 40.000 Kindern untersucht, die 2008 geboren wurden. Warum die Risiken für bestimmte Krankheiten bei Kaiserschnitt-Kindern höher sind, lässt sich aus den Daten nicht ablesen. Diese Zusammenhänge müssten wissenschaftlich untersucht werden.

Die Krankenkasse forderte, Konsequenzen aus dem Report zu ziehen. „In der Praxis sollten Kinderärzte und Eltern bei Kaiserschnitt-Kindern genauer hinschauen, um Auffälligkeiten frühzeitig zu bemerken und gegenzusteuern“, sagte Klaus Rupp, Leiter des Versorgungsmanagements der TK.

Von Tim Szent-Ivanyi/RND

Vor einem Jahr hat sich die linke Sammlungsbewegung “Aufstehen” gegründet. Mitinitiator Ludger Volmer bezeichnet das von Sahra Wagenknecht ins Leben gerufene Projekt für gescheitert. Der frühere Grünen-Politiker und andere “Aufstehen”-Mitstreiter fühlen sich von der Linken-Politikerin getäuscht.

04.09.2019

Tierwohl-Label, Glyphosat-Ausstieg, mehr Geld für die Umwelt: Das Bundeskabinett hat am Mittwoch ein Paket für den Schutz von Nutztieren und Insekten beschlossen. Das Insektenschutz-Programm ist zunächst erst einmal ein Fahrplan für das entsprechende Gesetz.

04.09.2019

Der britische Abgeordnete Jacob Rees-Mogg sorgt in Großbritannien für Empörung. Während der jüngsten Brexit-Debatte legte sich der Konservative auf eine Bank, schloss zeitweilig die Augen und hörte damit auch nach Protesten nicht auf. Ein unbeschriebenes Blatt war Rees-Mogg schon vorher nicht.

04.09.2019