Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Politik Kadyrow will Chef von Estemirowa vor Gericht bringen
Mehr Welt Politik Kadyrow will Chef von Estemirowa vor Gericht bringen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:31 17.07.2009
Anzeige

Um „die Ehre und Glaubwürdigkeit“ seines Mandanten zu schützen, werde er Klage gegen Memorial-Chef Oleg Orlow einreichen, sagte Kadyrows Anwalt, Andrej Krasnenkow, der Nachrichtenagentur Interfax am Freitag. Orlow hatte Kadyrow die Schuld am Tod Estemirowas gegeben.

Die Klage wegen Verleumdung werde erfolgreich sein, da die Äußerungen Orlows „eindeutig ehrenrührig“ seien, sagte Krasnenkow. Der Chef der renommierten Menschenrechtsorganisation hatte am Donnerstag Kadyrow die Verantwortung für die Ermordung seiner Mitarbeiterin zugewiesen. „Ich bin sicher, wer schuld ist am Mord Estemirowas, wir alle kennen ihn - sein Name ist Ramsan Kadyrow“, teilte Orlow in einer Erklärung mit. Demnach hatte der Tschetschenen-Führer Estemirowa als „seine persönliche Feindin“ bezeichnet.

Anzeige

Kadyrow selbst wies in einem Telefonat mit Orlow jede Verantwortung entschieden von sich. „Sie sind weder Staatsanwalt noch Richter, deshalb sind Ihre Vorwürfe gelinde gesagt moralisch nicht vertretbar und kränken mich“, teilte Kadyrow auf seiner Internetseite mit. „Ich bin nicht nur Präsident von Tschetschenien, sondern auch Vater von sieben Kindern und Sohn einer Frau, die ihren Mann im Kampf gegen den Terrorismus verloren hat“, fügte er demnach an. „Wie sollen sie sich fühlen, wenn sie die Anschuldigungen Orlows über meine Verwicklung in den Mord einer Frau hören?“

Kadyrow, der als Präsident von Moskaus Gnaden gilt, wird von Menschenrechtsaktivisten scharf kritisiert. Sie werfen ihm vor, mit einer eigenen Miliz Entführungen zu planen und zu foltern. Für den Kreml soll er in der südwestrussischen Kaukasusrepublik für Stabilität sorgen. Moskau hatte im April seinen umstrittenen Anti-Terror-Einsatz in Tschetschenien beendet. Dort kämpfen Rebellen seit Jahren für die Unabhängigkeit von Moskau.

afp