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18:01 13.03.2014
Von Stefan Koch
Foto: Außenminister John Kerry will das geplante Referendum am Sonntag auf der Krim verhindern.
Außenminister John Kerry will das geplante Referendum am Sonntag auf der Krim verhindern. Quelle: dpa
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Am Freitag trifft sich Außenminister John Kerry mit seinem russsischen Kollegen Sergej Lawrow in London, um das geplante Referendum am Sonntag auf der Krim zu verhindern. Und in den vergangenen zwei Tagen meldete sich das Weiße Haus gleich mehrfach zu Wort, um an Präsident Wladimir Putin zu appellieren: Sollte die staatliche Souveränität der Ukraine verletzt werden, wird es eine Rückkehr zur Normalität in absehbarer Zeit kaum geben.

"Es kann schnell hässlich ausgehen, wenn die falschen Entscheidungen getroffen werden. Und es kann in unterschiedlichste Richtungen hässlich werden", sagte Kerry am Donnerstag. Wie überraschend eine neue Eiszeit zwischen Ost und West einsetzen kann, signalisiert auch Barack Obama. Unmittelbar nach einem Treffen mit dem ukrainischen Ministerpräsidenten Arseni Jazenjuk unterzeichnete der US-Präsident einen ersten Sanktionskatalog. Von sofort an können Bankkonten von Russen und Ukrainern eingefroren werden, die die Krimkrise befeuern.

Den unliebsamen Personen droht zudem ein Einreiseverbot für die USA. Drohgebärden dieser Art gleichen eher kleinen Sticheleien, doch Obama lässt keinen Zweifel daran, dass es bald zu einschneidenden Maßnahmen kommen könnte: "Wir wünschen uns eine Entspannung der Lage. Aber im Zweifelsfall werden wir einen langen Atem haben", zeigt sich ein Sprecher des Weißen Hauses selbstbewusst.

An die düstere Atmosphäre des Kalten Krieges erinnert auch eine Delegation des Senats, die am Donnerstag nach Kiew aufbrach: Unter Leitung des Republikaners John McCain wollen mehrere hochkarätige US-Politiker über einen Ausbau der amerikanisch-ukrainischen Kooperationen vor Ort diskutieren. Zugleich verstehen sie ihre Reise als Signal in Richtung Moskau: "Die souveräne Ukraine genießt unsere volle Unterstützung", sagt McCain.

Ebenso wie in Berlin wird auch in Washington versichert, dass die Krimkrise militärisch nicht zu lösen sei. Verteidigungsminister Chuck Hagel versicherte gestern vor dem Kongress einmal mehr, die Situation nicht weiter anheizen zu wollen. Allerdings werde er in der kommenden Woche mit Nato-Generalsektär Anders Fogh Rasmussen ausführlich über das weitere Vorgehen beraten.

Die verstärkte militärische US-Präsenz in Osteuropa und auf dem Schwarzen Meer, die das Pentagon in der vergangenen Woche angeordnet hat, zielt in eine spezielle Richtung: Vom Baltikum bis nach Rumänien sollen sich die neuen Nato-Länder der Solidarität des Verteidigungsbündnisses sicher sein.

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