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13:10 03.08.2010
Für durchschnittlich zwei Monate bleibt jeder fünfte Vater zu Hause bei seinem Nachwuchs und bezieht Elterngeld. Quelle: dpa
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Jeder fünfte Vater in Deutschland nimmt das seit rund drei Jahren angebotene Elterngeld in Anspruch. Mit 21 Prozent der Väter stößt diese staatliche Leistung auf weit mehr Zuspruch als das bis 2006 gezahlte Bundeserziehungsgeld, das im Schnitt 3,5 Prozent der Väter in Anspruch nahmen.

Das Statistische Bundesamt in Wiesbaden berichtete am Dienstag für 2008 geborene Kinder von großen regionalen Unterschieden: Mehr als jeder vierte Vater in Bayern, Berlin und Sachsen bekam die staatliche Leistung - im Saarland war der Anteil mit zwölf Prozent am niedrigsten. Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU) sah die Arbeit der Regierung darin bestätigt: "Das Elterngeld ist ein Erfolgsmodell. Jeder fünfte Vater nimmt inzwischen Partnermonate - und gilt damit als gutes Vorbild und nicht mehr als Exot."

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Ein Sprecher des Statistischen Bundesamts erklärte, dass die Väter in der Regel nur zwei Monate lang Elterngeld beziehen, die Mütter hingegen ein Jahr. Die Väterbeteiligung war im thüringischen Jena (43 Prozent) und der brandenburgischen Landeshauptstadt Potsdam (39 Prozent) am höchsten. Am geringsten war sie im Landkreis Olpe und der Stadt Gelsenkirchen (beide NRW, neun Prozent) und im niedersächsischen Landkreis Nienburg/Weser (acht Prozent).

Im Schnitt bekamen die Väter im ersten Bezugsmonat mit 1131 Euro rund ein Drittel mehr als Mütter (844 Euro). Dabei zeigten die Statistiker in beiden Fällen ein deutliches Ost-West-Gefälle auf: In drei von vier westdeutschen Kreisen lag der Elterngeldanspruch der Väter bei mindestens 1100 Euro. In Ostdeutschland gab es hingegen keinen Kreis, in dem dieser Wert erreicht wurde. Dort bezogen die Mütter in mehr als jedem zweiten Kreis weniger als 750 Euro - deutlich häufiger als in Westdeutschland, wo dies nur in jedem siebten Kreis der Fall war.

Der Anteil der vor der Geburt erwerbstätigen Väter war in Ost- und Westdeutschland mit 82 beziehungsweise 83 Prozent fast gleich. Bei Müttern lag der Anteil der zuvor Erwerbstätigen in Ostdeutschland mit 60 Prozent etwas über dem in Westdeutschland mit 55 Prozent.

Der Lohnersatz wird seit 2007 nach der Geburt eines Kindes bis zu 14 Monate an Eltern gezahlt, die ihre Berufstätigkeit unterbrechen oder reduzieren. Er beträgt 67 Prozent des letzten durchschnittlichen monatlichen Nettogehaltes. Die Höchstgrenze liegt bei 1800 Euro, das Minimum bei 300 Euro pro Monat. Bis 2006 wurden nach Angaben des Statistischen Bundesamts grundsätzlich 300 Euro gezahlt, sofern die Eltern nicht zu viel verdienten. Dies sei ein geeigneter Vergleichswert, um die Entwicklung einzuschätzen, sagte der Sprecher.

Die Bundesregierung kündigte im Juni an, das Elterngeld zu kürzen. Ab einem Monats-Nettoeinkommen von 1240 Euro sollen nur 65 Prozent gezahlt werden. Für Hartz-IV-Empfänger soll die Leistung wegfallen.

dpa

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