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Politik Israel feuert gezielt auf Syrien
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18:44 12.11.2012
 Israelische Soldaten und ein UN-Offizier auf den Golan-Höhen. Am Montag hat die israelische Armee erstmals gezielt auf Kampfverbände in Syrien geschossen. Quelle: dpa
Tel Aviv

Die israelische Armee auf den Golanhöhen hat am Montag erstmals gezielt auf Kampfverbände in Syrien geschossen. Zuvor sei erneut eine Granate aus Syrien in der Nähe eines israelischen Postens eingeschlagen, teilte das Militär in Tel Aviv mit. Israelische Panzer hätten daraufhin die Quelle des Feuers, eine mobile Artillerie-Einheit, unter Feuer genommen und getroffen, sagte ein Sprecher auf Anfrage. Ob es sich um einen Verband der regulären syrischen Armee oder eine Rebelleneinheit handelte, war zunächst unbekannt. Auch über mögliche Opfer wurde nichts mitgeteilt.

Das israelische Militär habe nach dem neuen Vorfall wieder Beschwerde bei der UN-Beobachtertruppe eingelegt, die eine Pufferzone zwischen beiden Ländern kontrolliert. Erst am Vortag hatte Israel Warnschüsse Richtung Syrien wegen des Einschlags von Granaten abgegeben. „Feuer aus Syrien nach Israel wird nicht toleriert und mit aller Härte beantwortet“, hatte das israelische Militär gewarnt.

Der 1967 von Israel im Sechs-Tagekrieg von Syrien eroberte und inzwischen annektierte Golan war in der vergangenen Zeit wiederholt von Kugeln und Granaten aus Syrien getroffen worden. In allen Fällen betonte das israelische Militär jedoch, die Geschosse seien offensichtlich im Zusammenhang mit dem innersyrischen Konflikt abgefeuert worden und nur versehentlich auf dem Golan gelandet.

Israel und Syrien befinden sich formell im Kriegszustand. An der schwer bewachten Grenze war es jedoch unter dem Regime des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad jahrelang ruhig. In Israel gibt es nun zunehmend Befürchtungen, dass dies der Vergangenheit angehören könnte. Sorge bereiten vor allem islamistische Extremisten, die sich am Aufstand gegen das Assad-Regime beteiligen.

Hintergrund: Die Golanhöhen

Die Golanhöhen sind ein Hochplateau im Südwesten Syriens. Das 1150 Quadratkilometer große Gebiet ist seit 45 Jahren ein Zankapfel im Nahost-Konflikt. Im Sechstagekrieg von 1967 eroberte die israelische Armee die Golanhöhen und hält sie bis heute besetzt. Im Jom-Kippur-Krieg von 1973 konnte Syrien Teile der Golanhöhen nur vorübergehend zurückerobern. Damaskus dringt darauf, dass das Gebiet im Rahmen einer Friedenslösung zurückgegeben wird.

Für Israel ist das Gebiet von besonderer militärischer Bedeutung. Von hier hat die Armee weiten Einblick in die gegnerischen Länder Syrien und Libanon. Umgekehrt könnten die Syrer von den Golanhöhen aus große Teile des israelischen Kernlands unter Beschuss nehmen. Heute leben in dem Gebiet neben rund 20.000 Syrern auch etwa 20.000 jüdische Einwohner. Viele Bewohner leben von der Viehzucht. Auf den fruchtbaren vulkanischen Böden gedeihen Weinstöcke und Obstbäume. Eine Einnahmequelle ist auch der Ski-Tourismus.

dpa/mhu

Dieser Artikel wurde aktualisiert.

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