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Politik Irans Wächterrat erhält hunderte Beschwerden über Wahlverlauf
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21:48 18.06.2009
Quelle: AFP

In Teheran trat Präsidentschaftskandidat Mir-Hossein Mussawi vor zehntausenden Menschen auf, die Proteste gegen die Führung dauerten bereits den sechsten Tag in Folge.

Mussawi kam laut Augenzeugen mit seiner Frau Sahra Rahnaward zu der Kundgebung und sprach mit einigen Teilnehmern. Die zehntausenden Demonstranten waren zumeist schwarz gekleidet. Mussawi hatte den Tag zum Trauertag für die Todesopfer der Demonstrationen erklärt. Am Montag waren bei den Massenprotesten mindestens sieben Demonstranten getötet worden. Für Samstag wurde beim Teheraner Präfekten eine Massenkundgebung mit Mussawi als Redner angemeldet.

Nach den seit der Gründung der Islamischen Republik 1979 beispiellosen Massenprotesten will das geistliche Oberhaupt des Landes, Ayatollah Ali Chamenei, das Freitagsgebet in Teheran leiten. Die islamische Bassidsch-Miliz rief ihre Anhänger laut der Nachrichtenagentur Mehr dazu auf, in großer Zahl daran teilzunehmen.

Aufmerksam wurde in Teheran registriert, dass der aus 86 Geistlichen bestehende Expertenrat die hohe Wahlbeteiligung rühmte, ohne sich zum Ausgang des Urnengangs zu äußern. Der Expertenrat unter der Leitung des ehemaligen Präsidenten Haschemi Rafsandschani ist das einzige Gremium, das Chamenei theoretisch entgegentreten kann.

Die iranische EU-Botschaft warnte das Ausland vor Einmischung in innere Angelegenheiten der Islamischen Republik. „Die ausländische Unterstützung für diese Unruhestifter und Anarchisten unter dem Deckmantel der Unterstützung von Demokratie und der Stimme des iranischen Volkes wirft Fragen auf und kann nicht gerechtfertigt werden“, erklärte sie in Brüssel.

Ausländischen Medien ist es seit Dienstag untersagt, die Kundgebungen in Teheran aus der Nähe zu verfolgen. Der iranische Botschafter in Deutschland, Ali Reza Sheikh Attar, bestritt indes gegenüber dem ZDF Behinderungen der Berichterstattung.

Mussawi und Ex-Präsident Mohammed Chatami forderten in einem Schreiben an die Justizbehörden, die in den vergangenen Tagen festgenommenen Oppositionellen freizulassen. Die Nachrichtenagentur Fars meldete, die Tochter und ein Sohn des ehemaligen Präsidenten Akbar Haschemi Rafsandschani dürften wegen ihrer Unterstützung der Proteste das Land nicht verlassen.

Der deutsche Staatsminister im Auswärtigen Amt, Gernot Erler (SPD), äußerte im Sender n-tv „großen Respekt und Bewunderung“ für die oppositionellen Demonstranten im Iran.

afp

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