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Politik ISAF-Chef fordert offensiveres Vorgehen der Bundeswehr
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19:52 02.08.2009
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Nach einem Besuch im nordafghanischen Kundus sagte McChrystal „Spiegel Online“, er sei „besorgt“ über die Situation im Raum Kundus. Die Taliban dort würden aus dem Süden unterstützt und wollten eine „Enklave im Norden“ aufbauen. Nordafghanistan habe mittlerweile die „volle Aufmerksamkeit“ der ISAF.

Konkret forderte McChrystal von der Bundeswehr und den afghanischen Sicherheitskräften weitere Operationen wie jene in Schahar Dara westlich des deutschen Feldlagers. „Es gab sicherlich einige Erfolge bei dieser Operation“, sagte McChrystal, „aber wir dürfen nicht vergessen, dass eine einzelne Mission niemals dauerhafte Effekte erzielen wird“. Der US-General warnte vor Laxheit beim Kampf gegen die Taliban: „Wenn wir nicht präventiv die Situation bestimmen, werden wir von der Lage überrollt.“

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Der Chef der UN-Unterstützungsmission in Afghanistan (UNAMA), Kai Eide, sprach sich am Sonntag für ein umfassendes Gesprächsangebot an die Taliban aus, um Frieden am Hindukusch zu schaffen. Wenn es einen umfassenden Friedensprozess in Afghanistan geben solle, dann reiche es nicht aus, mit den Taliban-Kommandeuren im Feld zu reden, sagte der norwegische Diplomat in Kabul. Dann seien auch Gespräche mit Vertretern der „politischen Strukturen“ der Aufständischen gefragt. „Wenn nur ein teilweiser Versöhnungsprozess stattfindet, wird es auch nur ein Teilergebnis geben“. Um aber „wichtige Ziele“ zu erreichen, müsse auch mit „Leuten, die wichtig sind“ geredet werden.

Vor der Präsidentenwahl in Afghanistan am 20. August weitet sich die Debatte über Gespräche mit Taliban-Angehörigen aus. Der britische Verteidigungsminister David Miliband forderte vergangene Woche, Gesprächsangebote sollten nur auf gemäßigte Taliban abzielen, die dazu gebracht werden könnten, wieder gemäß der afghanischen Verfassung zu leben. US-Regierungsvertreter hatten ihrerseits davor gewarnt, Gespräche mit Taliban-Anführern zu unterstützen. Diese werden bezichtigt, Angehörigen des Terrornetzwerks El Kaida Unterschlupf zu gewähren, die für die Anschläge vom 11. September 2001 verantwortlich gemacht werden.

afp