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Politik Sperre für Hilfsgüter: Venezuela macht die Karibik dicht
Mehr Welt Politik Sperre für Hilfsgüter: Venezuela macht die Karibik dicht
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12:51 20.02.2019
Ein Boot am Strand eines karibischen Küstenorts. Quelle: Georg Ismar/dpa
Caracas

Im Streit um humanitäre Hilfe hat Venezuela Seereisen von und zu drei niederländischen Karibikinseln verboten.

Aruba, Bonaire und Curaçao dürften ab sofort und auf unbestimmte Zeit nicht mehr angesteuert werden, teilte der Direktor des Zivilschutzes im venezolanischen Bundesstaat Falcón, Gregorio José Montano mit. Betroffen seien kommerzielle Schiffe und Fischerboote.

Auch der Luftraum über der Grenzregion sei auf unbestimmte Zeit gesperrt worden, sagte General Miguel Morales Miranda. Das Flugverbot gelte für kommerzielle und private Flüge.

Venezolanische Staatsmedien berichteten, die Schließung des Luftraums sei wegen der möglichen Gefahr „unautorisierten Eindringens“ und zum Schutz des Gebiets angeordnet worden.

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Guaidó hatte um Hilfe gebeten

Der Oppositionsführer und selbst ernannte Übergangspräsident Juan Guaidó hatte um internationale Nothilfe gebeten, und dabei auch Curaçao angesprochen, das rund 65 Kilometer von Venezuela entfernt liegt. Niederländische Stellen hatten erklärt, Curaçao für Nothilfelieferungen zu öffnen.

Venezuelas selbst ernannter Interimspräsident Juan Guaidó Quelle: imago/Agencia EFE

Guaidó hat nach eigener Aussage damit geplant, dass ab Samstag Lebensmittel und Medikamente nach Venezuela gebracht werden können, die von den USA und anderen Ländern zur Verfügung gestellt wurden.

Ähnliche Bemühungen werden auch über das Nachbarland Brasilien erwartet. In der an der Grenze zu Venezuela gelegenen kolumbianischen Stadt Cúcuta lagern bereits Hilfsgüter.

Venezuelas Präsident Nicolás Maduro lehnt die Lieferung von Hilfsgütern unter dem Verweis ab, sie seien Teil eines US-geführten Putschversuchs, um ihn zu stürzen. Eine humanitäre Krise im Land streitet er ab.

Militär steht hinter Maduro: „Nur über unsere Leichen“

Venezuelas Armee steht laut Verteidigungsminister Vladimir Padrino López uneingeschränkt loyal hinter Staatschef Nicolás Maduro. Das Militär hat nur einen Präsidenten, zitierte die Tageszeitung „El Nactional“ den Minister.

Es werde weder eine Marionettenregierung noch Befehle irgendeiner ausländischen Regierung oder Macht akzeptieren, sagte Padrino López in einer Rede am Dienstag (Ortszeit). Er fügte hinzu: „Nur über unsere Leichen.“ Zu den blockierten Hilfslieferungen aus benachbarten Ländern, sagte der Minister, das Militär sei wachsam, damit die Grenze nicht verletzt werde.

Venezuelas Verteidigungsminister Vladimir Padrino Lopez Quelle: AP

Seit mehr als einer Woche stehen auch an der Grenze Kolumbiens zu Venezuela Lastwagen mit Hilfsgütern bereit. Das venezolanische Militär lässt sie auf Geheiß Maduros nicht ins Land.

US-Präsident Donald Trump hatte Venezuelas Armee am Montag aufgefordert, die Hilfsgüter passieren zu lassen. Er drohte dem Militär, es werde alles verlieren, wenn es Maduro weiter unterstütze.

Kuba weist Trump-Vorwürfe zurück

Die kubanische Regierung hat den Vorwurf von Trump zurückgewiesen, Militär in Venezuela stationiert zu haben. Die Anschuldigung sei niederträchtig, sagte Kubas Außenminister Bruno Rodríguez am Dienstag in Havanna. Die USA müssten dafür Beweisen vorlegen.

„Unsere Regierung lehnt diese Verleumdung in seiner stärksten und kategorischsten Form ab“, sagte Rodríguez. Trump hatte Maduro als „kubanische Marionette“ bezeichnet und behauptet, der Inselstaat habe Militär in Venezuela.

Der kubanische Außenminister sagte, US-Militärflugzeuge hätten den Luftraum von mehreren Karibikstaaten durchkreuzt ohne deren Regierungen zu informieren. Die Lieferung von humanitärer Hilfe würde als Vorwand genommen, um militärisch gegen Staatschef Nicolás Maduro vorzugehen.

Von RND/AP/dpa

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