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Politik Hongkonger Protestbewegung bittet nach Flughafen-Chaos um Entschuldigung
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15:09 14.08.2019
Ein Demonstrant hält ein Plakat hoch. Quelle: Kin Cheung/AP/dpa

Hongkong (AP) — Die Hongkonger Protestbewegung hat für das von ihr verursachte Chaos auf dem internationalen Flughafen um Entschuldigung gebeten. Es tue ihnen leid, dass einige von ihnen aufgewühlt und überreagiert hätten, erklärte sie am Mittwoch. Die Demonstranten hatten am Montag und Dienstag mit ihrem Protest am Hauptterminal des internationalen Flughafens verhindert, dass Flüge starten konnten. Mehr als 300 Verbindungen wurden gestrichen.

Am Mittwoch normalisierte sich der Flugbetrieb, nur noch wenige Demonstranten zeigten sich im Terminal, ohne Passagiere an den Schaltern zu behindern. Die Flughafenleitung erklärte, sie habe eine Einstweilige Verfügung erwirkt, die ausdrücklich Störungen des Betriebs untersagt. Polizeisprecher Mak Chin Ho sagte, bei Zusammenstößen am Dienstagabend seien fünf junge Männer verhaftet worden. Jedes Jahr benutzten sieben Millionen Reisende den Flughafen, deshalb sei dieser ein "unangemessener Ort für Protest".

Die Hongkonger Fluggesellschaft Cathay Pacific teilte mit, sie habe am Montag und Dienstag 272 Flüge absagen müssen. 55 000 Passagiere seien davon betroffen gewesen. Außerdem feuerte die Airline zwei Piloten, die vermutlich mit den prodemokratischen Demonstrationen zu tun hatten. Einer von ihnen habe Informationen der Fluggesellschaft missbräuchlich verwendet.

China geht allmählich die Geduld aus

Unterdessen mehrten sich die Zeichen, das China allmählich die Geduld mit der Protestbewegung ausgeht. Die Demonstranten pochen seit Wochen auf die bei der Übergabe der einstigen britischen Kronkolonie an Peking gemachte Zusage "Ein Land, zwei Systeme". Auf Satellitenbildern vom Montag waren 500 oder mehr Fahrzeuge der paramilitärischen bewaffneten Volkspolizei in und vor einem Stadion in Shenzhen zu sehen, das nicht weit von Hongkong liegt. Chinesische Staatsmedien haben bislang nur über seit Längerem geplante Übungen berichtet, die nicht direkt mit den Protesten zu tun hätten.

Das chinesische Verbindungsbüro in Hongkong warf den Demonstranten am Mittwoch vor, "gesetzliche und moralische Grundlinien völlig gebrochen" zu haben. Das werde eine Reaktion des Hongkonger Rechtssystems zur Folge haben. Die Hongkonger Regierungschefin Carrie Lam sagte, sie lehne einen Dialog mit der Protestbewegung ab, die ihre Heimat in einen Abgrund zu stoßen drohe.

Im Video: Hongkonger Flughafen nach gewaltsamen Protesten wieder offen

Lesen Sie auch: Hongkonger wollen erneut demonstrieren

US-Präsident Donald Trump hatte am Dienstag getwittert, nach Informationen seiner Geheimdienste würden chinesische Truppen an der Grenze zu Hongkong zusammengezogen.

Die Proteste in Hongkong richteten sich anfangs gegen ein Gesetz zur Auslieferung von Verdächtigen an chinesische Behörden, mittlerweile geht es aber um allgemeine Befürchtungen, die kommunistische Zentralregierung gehe immer härter gegen die vertraglich gesicherten Bürgerrechte in der Sonderverwaltungszone vor. Peking hat erklärt, die Proteste zeigten mittlerweile "Sprösslinge des Terrorismus".

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RND/AP

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