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Politik Hoffnungsschimmer in der Pandemie: Jetzt impfen sie endlich!
Mehr Welt Politik Hoffnungsschimmer in der Pandemie: Jetzt impfen sie endlich!
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13:09 27.12.2020
Bundesweit haben die Impfungen begonnen, mit einer Impfung am zweiten Weihnachtstag schon einen Tag früher als geplant.
Bundesweit haben die Impfungen begonnen, mit einer Impfung am zweiten Weihnachtstag schon einen Tag früher als geplant. Quelle: Tobias Hase/dpa-Pool/dpa
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Berlin

Der Impfstart kurz nach diesem schwierigen Weihnachtsfest mit Abstandsgebot und vollen Intensivstationen ist psychologisch ein wichtiger Moment. Er lässt tatsächlich das viel zitierte Licht am Ende des Tunnels aufscheinen. Man darf sogar ein bisschen stolz sein, dass der Impfstoff in Deutschland entwickelt und in einem koordinierten Verfahren in Europa gerecht verteilt wird – wie es der Gesundheits­minister am zweiten Weihnachtsfeiertag bei seinem öffentlichen Auftritt war.

Am Ende ist eine Pandemie aber nicht dafür geeignet, Schönheitspreise zu erringen. Aus diesem Grund ist auch nicht nachvollziehbar, dass ganz Europa am gleichen Tag mit dem Impfen starten sollte. Die europäische Solidarität ist in der Frage der Impfstoffverteilung wichtig und wertvoll. Man sollte sie aber auch nicht zur Europäische-Union-Supershow werden lassen.

Wenn nun in Deutschland schon 24 Stunden früher geimpft werden kann, bevor die letzten Dosen im letzten Winkel von Europa angekommen sind – ja, dann soll es halt so sein. Jeder Tag, an dem Menschen gegen das Coronavirus geimpft werden, ist ein guter Tag im Kampf gegen die Pandemie.

Die 101-Jährige in Sachsen-Anhalt, die bereits am 26. Dezember und nicht zum offiziellen Start am 27. Dezember die schützende Spritze erhalten hat, ist weniger wegen des Pragmatismus der dortigen Gesundheits­behörden zu Berühmtheit gelangt, sondern eher, weil die Impfstoff­verteilung am Ende zum politischen Event wurde.

Wettlauf mit der Zeit

Es ist gut, dass es nun losgegangen ist. Zumal angesichts der mutierten Varianten der Kampf gegen das Virus zum Wettlauf mit der Zeit geworden ist. Der Beginn der Impfung kann dazu beitragen, die immer noch notwendige Disziplin zum Schutz vor der Übertragung des Coronavirus noch einmal zu stärken.

Mit dem Blick nach vorn, vielleicht in einem halben Jahr die Pandemie besiegt zu haben, lassen sich die Menschen noch einmal motivieren, die vielen Corona-Regeln einzuhalten.

Vor allem für die jüngere Generation ist der fortgesetzte Lockdown eine Zumutung. Ja, er ist in seiner Dramatik nicht vergleichbar mit der Kriegs- und Nachkriegszeit, an deren Leiden viele Ältere in diesen Tagen erinnern. Das Virus ist aber auch eine viel abstraktere Gefahr als der Zustand, ausgebombt zu sein.

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Hinzu kommt, dass in der jüngeren Generation nur ein sehr geringer Anteil schwer an Covid-19 erkrankt. Es ist also Zeit, den 15- bis 30-Jährigen, die auf Auslandsjahre, Abibälle und so viele andere gemeinsame Erlebnisse verzichten müssen, auch mal Danke zu sagen. Sie schützen mit ihrem umsichtigen Verhalten vor allem die ältere Generation.

Flexibler Unterricht

Wenigstens die Bildung sollte für die junge Generation gesichert sein. Dies wird man aber nur mit hoher Flexibilität in den nächsten Monaten erreichen können. Ein starres Festhalten am Präsenzunterricht, der dann immer wieder von Lockdownphasen unterbrochen wird, erscheint wenig sinnvoll.

Präsenz für die Jüngeren, hybride Modelle für die Älteren – und möglichst viel individuelle Hilfestellung für alle wäre der bessere Weg.

Von Eva Quadbeck/RND

Der Artikel "Hoffnungsschimmer in der Pandemie: Jetzt impfen sie endlich!" stammt von unserem Partner, dem RedaktionsNetzwerk Deutschland.