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Politik Hinweise auf Drahtzieher der Anschläge verdichten sich
Mehr Welt Politik Hinweise auf Drahtzieher der Anschläge verdichten sich
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14:57 18.07.2009
Soldaten vor dem Luxushotel Marriott. Quelle: afp
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Die Tat trage die Handschrift einer von dem Islamisten Noordin Mohammed Top geführten Splittergruppe der Terrororganisation Jemaah Islamiya (JI), sagte am Sonnabend der Chef des Antiterrorstabs im Sicherheitsministerium in Jakarta, Ansyaad Mbai. Im ganzen Land wurden die Sicherheitsvorkehrungen verschärft.

Die Vorgehensweise mit Selbstmordattentätern und der Einsatz selbstgebauter Bomben seien „deutliche Hinweise“ für den Verdacht, dass die Gruppe um Noordin M. Top für den nahezu zeitgleichen Doppelanschlag auf die Luxushotels Marriott und Ritz-Carlton in der Hauptstadt Jakarta verantwortlich seien, sagte Mbai. Bislang bekannte sich niemand zu der Tat, bei der am Freitag nach neuesten offiziellen Angaben acht Menschen starben, darunter die zwei Selbstmordattentäter.

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Bereits wenige Stunden nach der Tat war der Verdacht am Freitag auf Top gefallen. Der in Malaysia geborene Mann gilt als Drahtzieher mehrerer Anschläge in den vergangenen Jahren. Laut Experten zog er als einer der Hauptverantwortlichen bei den verheerenden Anschlägen auf Bali im Jahr 2002 und auf das Hotel Marriott in Jakarta im Jahr 2003 im Hintergrund die Fäden. Auf Bali wurden damals 202 Menschen getötet, im Marriott-Hotel zwölf Menschen. Seither ist Top der in Indonesien meistgesuchte Extremist.

Unter den acht Toten vom Freitag sind laut Außenminister Hassan Wirayuda fünf Ausländer. Weitere 55 Menschen seien verletzt worden, unter ihnen seien etwa 20 Ausländer. Nach Angaben des indonesischen Gesundheitsministeriums sind drei Australier, ein Neuseeländer und ein Singapurer unter den Opfern. Ursprünglich war von neun Toten die Rede gewesen.

Die Polizei begann am Sonnabend mit der Untersuchung der menschlichen Überreste der Attentäter. Im Mittelpunkt der Ermittlungen stand zudem das Zimmer Nummer 1808 des Marriott. Der Raum soll den Angaben zufolge als „Kontrollzentrum“ für die Anschläge gedient haben. Die Ermittler fanden dort Material zum Bombenbau und einen nicht detonierten Sprengsatz.

Im ganzen Land wurden die Sicherheitvorkehrungen verschärft. Die Polizei rief Hotels und Einkaufszentren zu erhöhter Wachsamkeit auf und versetzte ihre Beamten in Alarmbereitschaft. In Jakarta hielten sich nach Angaben der Armee 500 Soldaten bereit, um im Notfall die Polizei zu unterstützen. Die Fußballmannschaft von Manchester United sagte ein für Montag geplantes Spiel in Indonesien ab. Die Fußballstars hätten im Ritz-Carlton absteigen sollen.

US-Außenministerin Hillary Clinton rief während eines Besuchs in Indien dazu auf, den Kampf gegen den Terrorismus entschieden fortzusetzen. Die Anschläge auf die Hotels in Jakarta seien eine „schmerzhafte Erinnerung, dass die Bedrohung von solchem gewalttätigen Extremismus immer noch sehr real ist“. Die US-Regierung werde mit anderen Ländern zusammenarbeiten, um für Frieden und Sicherheit zu sorgen, versicherte die US-Chefdiplomatin.

Die Außenminister der südostasiatischen Staatengruppe ASEAN verurteilten in einer gemeinsamen Erklärung die Anschläge in Jakarta und versicherten der indonesischen Regierung ihre Unterstützung bei der Suche nach den Tätern. Am Freitag hatte bereits der UN-Sicherheitsrat die Anschläge einstimmig „auf das Schärfste“ verurteilt.

afp