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Politik Hintergrund: Die Europäische Union als politischer Akteur
Mehr Welt Politik Hintergrund: Die Europäische Union als politischer Akteur
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12:48 12.10.2012
Die EU wird mit dem Friedensnobelpreis 2012 ausgezeichnet. Quelle: dpa
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Brüssel

Die EU bemüht sich um besonders enge Beziehungen zu den nordafrikanischen und den osteuropäischen Staaten. In vielen Fällen finanziert die EU Projekte zur Schaffung von Arbeitsplätzen vor allem für junge Menschen. Die Europäische Union sowie deren Mitgliedstaaten finanzieren knapp die Hälfte der gesamten Entwicklungshilfe. 2010 waren das 54 Milliarden Euro.

Zur Gemeinsamen Sicherheits- und Verteidigungspolitik (GSVP) gehört eine Reihe von zivilen und militärischen Einsätzen in Krisenregionen. Dabei ist stets eine Anforderung seitens der Vereinten Nationen oder großer regionaler Organisationen wie beispielsweise der Afrikanischen Union die Voraussetzung. Zu diesen Einsätzen gehört die Ausbildung somalischer Soldaten in Uganda, die Bekämpfung der Piraterie im Indischen Ozean, die Hilfe beim Aufbau von Polizei und Justiz im Kosovo, Polizeimissionen in Afghanistan, im Palästinensergebiet, im Niger und im Kongo sowie Beobachter in Georgien.

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Die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton verhandelt auch im Atomkonflikt mit dem Iran im Namen der fünf ständigen Mitglieder des UN-Sicherheitsrates und Deutschlands.

Die Europäische Union: Ein Kind des Kriege

Die Europäische Union ist aus den Erfahrungen und dem Leid des Zweiten Weltkrieges heraus entstanden - ein solcher Krieg sollte Europa nie wieder heimsuchen können. Im Mai 1950 - knapp ein Jahr nach der Gründung der Bundesrepublik Deutschland und der DDR - legte Frankreichs Außenminister Robert Schuman einen Plan für eine engere Zusammenarbeit in Westeuropa vor. Im April 1951 wurde die sogenannte „Montanunion“ gegründet, ein Vorläufer der EU: Mit ihr wurden die als kriegswichtig geltenden Branchen Kohle und Stahl in Deutschland, Frankreich, Italien, Belgien, Luxemburg und den Niederlanden unter Aufsicht einer gemeinsamen Behörde gestellt.

Aus der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl (EGKS) entstand am 25. März 1957 mit der Unterzeichnung der Römischen Verträge die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft (EWG). Auch ihr Ziel war es, einen neuen Krieg zwischen europäischen Staaten zu verhindern. Sie wurde 1973 erstmals erweitert.

Nach dem Fall der Mauer und des Eisernen Vorhangs wuchs die Zahl der Mitglieder von EG und später EU Schritt für Schritt auf derzeit 27. Vor allem der in den 1980er Jahren geschaffene Binnenmarkt machte ein immer engeres Zusammenrücken der Staaten nötig: Mittlerweile ist aus der Wirtschaftsgemeinschaft die Europäische Union geworden. Die EU verfügt seit dem Lissabon-Vertrag von 2009 auch über einen eigenen diplomatischen Dienst. Sie ist der weltweit größte Zahler von Entwicklungshilfe.

dpa

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