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Politik Hauptschulen stehen in vielen Städten vor dem Aus
Mehr Welt Politik Hauptschulen stehen in vielen Städten vor dem Aus
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09:08 23.09.2009
Viele Hauptschulen stehen vor dem Aus. Quelle: ddp (Archivbild)
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Das entspricht einem Anteil von rund 14 Prozent. In den größeren Städten sieht es noch düsterer aus: In Hannover und Wolfsburg besuchen weniger als fünf Prozent der Schüler eine Hauptschule, in Göttingen sind es sechs Prozent.

„Der allgemeine Schülerrückgang kommt zusammen mit dem Imageproblem der Hauptschule“, sagt Meinhard Abel vom Städte- und Gemeindebund. Immer weniger Eltern sind bereit, ihr Kind auf eine Hauptschule zu schicken. So lag im Schuljahr 2007/2008 der Anteil der Fünftklässler, die eine Hauptschulempfehlung hatten, mit rund 22 Prozent deutlich über dem Anteil derjenigen Schüler, die dann auch tatsächlich diese Schulform wählen (13,2). 44 Prozent der Fünftklässler besuchen das Gymnasium. Für Frauke Heiligenstadt (SPD) und Ina Korter (Grüne) liegt der Grund auf der Hand: „Eltern entscheiden sich für die Schulform, die am längsten den Weg zum Abitur offenhält.“ Landeselternratsvorsitzender Pascal Zimmer warnt ausdrücklich davor, am Elternwillen zu rütteln.

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Während die Gymnasien wachsen, schrumpfen die Hauptschulen weiter. Mehr als 67 Prozent der niedersächsischen Hauptschulen erreichen nicht einmal mehr die eigentlich geforderte Mindestgröße von zwei Klassen pro Jahrgang: Manchmal kommt gerade noch eine Klasse zustande, mitunter nicht mal mehr das: Dann werden sogenannte jahrgangsübergreifende Kombiklassen gebildet. Besonders viele Mini-Schulen gibt es nach Angaben Abels in den einwohnerschwachen Landkreisen Lüchow-Dannenberg und Uelzen, aber auch in Südniedersachsen beispielsweise im Harz und in Holzminden.

„Schließungen wird es geben“, sind die kommunalen Spitzenverbände genauso überzeugt wie die Oppositionsparteien, auch wenn das Ziel sein müsse, möglichst viele Standorte zu erhalten. Denn den Kindern seien keine stundenlangen Busfahrten zuzumuten, es müsse wohnortnahe Angebote geben. Nur in welcher Form? Während Kultusministerin Elisabeth Heister-Neumann (CDU) auf die Zusammenlegung von Haupt- und Realschulen setzt und darauf vertraut, dass sich wieder mehr Eltern für diese Schulform entscheiden, fordern die Kommunalverbände und die Lehrergewerkschaft GEW, dreizügige Gesamtschulen zuzulassen.

In Hildesheim will die Stadt gemeinsam mit den beiden Kirchen eine zweite IGS gründen. Am Dienstagabend zogen die Protestanten jedoch überraschend ihre Beteiligung zurück.

von Saskia Döhner und Hagen Eichler