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Politik Hannoversche Fotografen in Türkei festgenommen
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09:19 13.10.2014
Starke Militärpräsenz: In den vergangenen Tagen hatte es in Diyarbakir gewaltsame Proteste von Kurden gegeben. Quelle: afp
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Hannover

Sie sollen sich im Gefängnis Tem Sube Müdürlügü befinden, das für Antiterroreinsätze eingerichtet ist. Christian Grodotzki studiert in Hannover Fotojournalismus, Björn Kietzmann ist freier Fotograf, Ruben Neugebauer hat Chemie studiert, in Hannover sein Freiwilliges Soziales Jahr bei der Jungen Presse absolviert und etliche Fotoreportagen im In- und Ausland abgeliefert. Er ist gerade nach Berlin gezogen. Alle drei sollen nach Angaben aus Unterstützerkreisen als „Provokateure“ festgenommen worden sein und sollen morgen einem Richter vorgeführt werden.

Die Nachricht der Festnahme wurde zuerst über das Twitter-Profil von Björn Kietzmann verbreitet. Quelle: Screenshot

Unbestätigten Informationen zufolge sollen die drei Deutschen zusammen mit zwei weiteren Fotografen an einem Einkaufszentrum in der überwiegend von Kurden bewohnten Stadt Diyarbakir Passanten befragt haben. Dabei sollen sie von Antiterrorkräften der türkischen Polizei festgenommen worden sein. Am späten Sonntagabend hieß es, ein deutschsprachiger Anwalt sei unterwegs zu ihnen ins Gefängnis. Die Bundesregierung bestätigte die Angaben indirekt. „Die deutsche Botschaft in Ankara ist eingeschaltet und steht sowohl mit den betroffenen Staatsangehörigen als auch den zuständigen Behörden in Kontakt“, sagte eine Sprecherin.

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Die Bevölkerung Diyarbakirs ist überwiegend kurdischstämmig. In den vergangenen Tagen hatte es in mehreren Städten der Türkei Proteste von Kurden gegeben. Sie richteten sich gegen die Zurückhaltung der Regierung angesichts des Vormarschs der Dschihadistenorganisation Islamischer Staat (IS) in den nordsyrischen Kurdengebieten rund um die Stadt Kobane.

Bei gewaltsamen Zusammenstößen zwischen prokurdischen Demonstranten und Sicherheitskräften wurden nach Regierungsangaben in der vergangenen Woche 31 Menschen getötet und mehr als 350 weitere verletzt. Ankara ließ zwar vom Parlament grundsätzlich einen Militäreinsatz in Syrien billigen, lehnt es aber bislang ab, im Alleingang Bodentruppen zu entsenden.

afp/med

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