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Politik Gutachter halten Mitglieder der „Sauerland-Gruppe“ für schuldfähig
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15:49 22.12.2009
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Bei keinem der Angeklagten gebe es Hinweise auf eine Persönlichkeitsstörung oder psychiatrische Erkrankungen, berichteten die drei Gutachter am Dienstag vor dem Oberlandesgericht (OLG) Düsseldorf.

Im Kern sehen die Gutachter familiäre Probleme aus Auslöser für das Abdriften der vier jungen Männer in den radikalen Islamismus. Trotz der gemeinsamen Überzeugungen seien die vier Angeklagten in ihrer Persönlichkeitsstruktur dabei höchst unterschiedlich, hieß es. Die Gutachten stützen sich weitgehend auf die Prozessbeobachtung, da sich jeder der Angeklagten einem persönlichen Gespräch mit einem Gutachter verweigert hatte.

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Der mutmaßliche Rädelsführer Fritz G. könnte sich den Gutachtern zufolge aus Enttäuschung über die Scheidung seiner Eltern dem Islam angeschlossen haben. Die Religion habe bei ihm wie eine Art “Übervater“ gewirkt. In der Teilnahme am „Dschihad“, dem „Heiligen Krieg“, sehen die Fachleute bei G. eher eine Art „Abenteuerlust“. Mit dem Auftrag der Islamischen Dschihad Union (IJU), in Deutschland ein Kommando zu führen, habe sich auch das Selbstwertgefühl von G. gehoben.

Bei Adem Y. gehen die Gutachter von einem tiefgreifenden Vater-Sohn-Konflikt aus. Der Deutschtürke Y. sei gegen seinen Willen auf Wunsch seines Vaters diesem in den 1980er Jahren aus Anatolien nach Deutschland gefolgt. Doch habe er sich enttäuscht über die Anpassung seines Vaters in Deutschland gezeigt. In Tonmitschnitten von der Überwachung der Gruppe in dem Ferienhaus im Sauerland habe Y. häufig abschätzig über seinen Vater gesprochen. Auch Y. könne der Islamismus neue Orientierung gegeben haben, glauben die Gutachter.

Bei Daniel S., dessen Eltern sich in seiner Kindheit getrennt haben, gehen die Gutachter ebenso davon aus, dass die IJU als „Ersatzfamilie“ funktioniert hat. Hinzu komme, dass S. gerne zur Bundeswehr wollte, den Tauglichkeitstest aber nicht bestand. Bei der IJU habe er sich dann einem konkreten Auftrag stellen können. In S. sehen die Gutachter einen eher „braven“ Menschen, der aber das starke Bedürfnis habe, in einer Gruppe Anerkennung zu finden.

Die vier Männer im Alter von 24 bis 31 Jahren haben gestanden, 2007 im Namen der IJU) Anschläge in Deutschland geplant zu haben. Zur Anschlagsvorbereitung hatten sich drei der vier in ein Ferienhaus im sauerländischen Medebach-Oberschledorn zurückgezogen. Dort hatten sie unter anderem damit begonnen, Sprengstoff herzustellen. Vor zwei Jahren wurden sie dort festgenommen. Der vierte Angeklagte wurde später in der Türkei verhaftet.

ddp

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