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Politik Grüne rücken bei Wahl in Bremen vor die CDU
Mehr Welt Politik Grüne rücken bei Wahl in Bremen vor die CDU
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22:23 22.05.2011
Von Dirk Schmaler
Bremens Bürgermeister und Spitzenkandidat der SPD, Jens Böhrnsen, mit der Finanzsenatorin und Spitzenkandidatin der Grünen, Karoline Linnert. Quelle: dpa
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Für CDU und FDP bedeutet das Wahlergebnis an der Weser ein Debakel. Die Union verlor deutlich und muss sich erstmals bei einer Landtagswahl überhaupt mit Platz drei hinter den Grünen begnügen, die FDP ist in der neuen Bürgerschaft gar nicht mehr vertreten.

„Ich freue mich über den großen Vertrauensbeweis“, sagte Wahlsieger Böhrnsen vor jubelnden Parteifreunden am Abend. Er wolle nun möglichst schnell „in freundschaftlicher Atmosphäre“ Koalitionsverhandlungen mit den Grünen aufnehmen, um den erfolgreichen Kurs fortzusetzen. Das Markenzeichen von Rot-Grün in den vergangenen vier Jahren sei die Verbindung von wirtschaftlich starken Städten, sozialem Zusammenhalt und ökologischer Vernunft gewesen, erklärte Böhrnsen.

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Die Grünen, die ihren Höhenflug der vergangenen Wochen und Monate fortsetzten und deutlich gestärkt aus der Wahl gehen, kündigten ebenfalls an, die Regierung mit der SPD fortsetzen zu wollen. Die Bremer Grünen-Landeschefin Karin Mathes deutete das Ergebnis als Signal dafür, „dass wir in Bremen in der Lage sind, eine Volkspartei zu sein.“ Erstmals bekam die Partei bei einer Landtagswahl mehr Stimmen als die CDU. Der Grünen-Fraktionsvorsitzende im Bundestag, Jürgen Trittin, sagte in Berlin, der rot-grüne Erfolg sei „eine Steilvorlage für die Bundestagswahl.“ Auch der SPD-Bundesvorsitzende Sigmar Gabriel sprach von einem „Riesenerfolg“. Insgesamt sei seiner Partei zuletzt „eine schöne Serie“ gelungen, sagte Gabriel mit Blick auf die Wahlen etwa in Nordrhein-Westfalen, Hamburg und Rheinland-Pfalz.

Die Union fuhr in Bremen ihr schlechtestes Ergebnis bei einer Bürgerschaftswahl seit mehr als fünf Jahrzehnten ein. Spitzenkandidatin Rita Mohr-Lüllmann räumte ein, dass ihre Partei ihr Wahlziel nicht erreicht habe. „Es gab leider keine Wechselstimmung.“ CDU-Generalsekretär Hermann Gröhe sprach in Berlin von einer „schmerzhaften Niederlage“ und mahnte für seine Partei an, an ihrer Attraktivität in Großstädten zu arbeiten. Die FDP konnte von ihrem Personaltausch an der Spitze auf Bundesebene nicht profitieren und scheiterte an der Fünf-Prozent-Hürde. Sie ist nur noch in 13 von 16 Landesparlamenten vertreten. Die Linke hat zwar an Stimmen verloren, zieht jedoch den Hochrechnungen zufolge knapp in die Bürgerschaft ein.

Die SPD stellt in ihrer Hochburg Bremen seit Kriegsende ununterbrochen den Regierungschef.

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