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Politik Größter Pilotenstreik hält Lufthansa am Boden
Mehr Welt Politik Größter Pilotenstreik hält Lufthansa am Boden
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23:04 21.02.2010
Von Bernd Haase
Die Pilotengewerkschaft hatte mehr als 4000 Piloten aufgerufen, die Jets von Lufthansa, ihrer Tochter Germanwings und Lufthansa Cargo von Montag bis einschließlich Donnerstag stehenzulassen. Quelle: ap (Archiv)
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Man habe am Abend den Kollegen den Hinweis gegeben, dass der Ausstand in der Nacht auf Montag um 0 Uhr wie geplant beginne, sagte ein VC-Sprecher. Lufthansa-Gäste müssen sich deshalb Montag bundesweit auf massive Behinderungen einstellen. Zehntausende Passagiere dürften betroffen sein, die Lufthansa rechnet mit Millionenschäden.

Die Pilotengewerkschaft hatte mehr als 4000 Piloten aufgerufen, die Jets von Lufthansa, ihrer Tochter Germanwings und Lufthansa Cargo von Montag bis einschließlich Donnerstag stehenzulassen.

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Die Lufthansa erklärte zuvor, sie sei zu Gesprächen ohne Vorbedingungen bereit, gleichzeitig aber verlangte sie von den Piloten, ihren „unerfüllbaren und rechtswidrigen Forderungskatalog“ fallen zu lassen. Dann könne eine Einigung schnell erfolgen. Das habe Lufthansa-Chef Wolfgang Mayrhuber auch dem VC-Präsidenten Winfried Streicher mitgeteilt. Ein Sprecher der Pilotengewerkschaft erklärte, man habe den Eindruck, die Lufthansa sei nicht an einem Verhandlungserfolg interessiert. Eine Vermittlungsinitiative von Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) blieb am Sonntag ohne Erfolg.

Die Flughäfen in Deutschland rüsteten sich am Sonntag für den Streik. Flüge aus dem Ausland nach Deutschland wollen die Piloten zwar noch absolvieren, dann aber die Maschinen parken. Einige ausländische Airlines wollen größere Flugzeuge einsetzen, um gestrandete Passagiere aufnehmen zu können. Insgesamt könnten bei Lufthansa rund 3200 Flüge ausfallen.

In dem Tarifkonflikt geht es um Geld, Arbeitsplatzsicherheit und um den Einfluss der Piloten auf die Konzernpolitik. Lufthansa-Personalvorstand Stefan Lauer konkretisierte das Angebot: „Wir sind bereit, eine Arbeitsplatzgarantie bis Ende 2012 zu geben.“ Im Gegenzug erwarte das Unternehmen aber „mehr als die bislang angebotenen zwölf Monate Nullrunde“. Ein Kernpunkt des Streits ist die Befürchtung der Gewerkschaft, die Lufthansa könnte Strecken an billigere Töchter verlagern.

Lufthansa und Germanwings bieten betroffenen Passagieren kostenlose Stornierungen oder Umbuchungen an. Auf den innerdeutschen Strecken kann auf die Bahn ausgewichen werden. Nicht bestreikt werden Lufthansa-Regionalpartner wie Cityline oder Eurowings.

Am Flughafen Hannover-Langenhagen fallen am Montag sechs Flüge nach München aus, die planmäßig um 8.55 Uhr, 11.05 Uhr, 12.55 Uhr, 15.05 Uhr, 17.10 Uhr und 21 Uhr abheben sollten. Außerdem sind die Flüge nach Frankfurt um 9.45 Uhr, 11.40 Uhr und 19.25 Uhr gestrichen. Neun Ankünfte aus München und Frankfurt fallen ebenfalls dem Streik zum Opfer.

Passagiere können sich unter der kostenfreien Nummer (0800) 8 50 60 70 informieren, zudem gibt es Sonderflugpläne der Lufthansa und deren Tochter Germanwings.

dpa

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Auch nach der Vermittlung von Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) kamen die Lufthansa und die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) zu keiner Einigung. Selbst wenn am Montag gestreikt werde, sei das Feld für neue Gespräche bereitet.

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Die Lufthansa hat ihre Bereitschaft zu Gesprächen bekräftigt: „Wenn die VC gleichfalls auf Vorbedingungen verzichtet, und ihren unerfüllbaren und rechtswidrigen Forderungskatalog nicht länger zur Gesprächsgrundlage macht und zurückzieht, dann könnte eine Einigung rasch erfolgen“, sagte Konzernsprecher Klaus Walther am Sonntag in einer Mitteilung.

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