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Politik Greenpeace-Aktivisten verschweißen Haupttor des AKW Krümmel
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14:16 08.07.2009
Dichtgemacht: Ein Greenpeace-Aktivist schweißt eines der Einfahrtstore des Atomkraftwerks Krümmel zu.
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Rund 20 Aktivisten brachten zusätzlich an jedem der fünf Tore eiserne Hinweisschilder mit Elektroschweißgeräten an, wie die Umweltschutzorganisation am Mittwoch mitteilte. Darauf stand zu lesen: „AKW Krümmel geschlossen wegen Unzuverlässigkeit von Vattenfall“.

Nach Ansicht von Greenpeace wäre ein Entzug der Betriebsgenehmigung wegen erwiesener Unzuverlässigkeit des Betreibers sofort möglich. Schleswig-Holsteins für Atomaufsicht zuständige Sozialministerin Gitta Trauernicht (SPD) müsse sich entscheiden, ob sie die Interessen der Bevölkerung vertreten, oder sich „in den Dienst des Stromkonzerns“ stellen wolle, sagte Atom-Experte Mathias Edler. Er fügte hinzu: “„Wir wollen sie nicht daran erinnern müssen, dass sie den unkontrollierbaren Störfall hätte verhindern können, wenn es schon zu spät ist.“

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Den Aufsichtsbehörden warf die Umweltschutzorganisation vor, aus Angst vor Schadensersatzforderungen seit Jahren zunehmend zögerlich gegenüber den Stromkonzernen zu agieren. Die Pannen im AKW Krümmel häuften sich, sagte Edler. „Worauf wartet Frau Trauernicht denn noch?“ Bereits seit Montag verriegeln Aktivisten die Haupteinfahrt der Anlage mit Ketten.

Der Reaktor war am Sonnabend nach einem Kurzschluss in einem Maschinentransformator per Schnellabschaltung vom Netz genommen worden. Ein baugleicher Transformator war Ende Juni 2007 nach einem Kurzschluss in Brand geraten. Daraufhin war der Meiler wegen Reparaturen knapp zwei Jahre lang vom Netz.

ddp