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Politik Bio oder billig? Der Verbraucher muss gutes Essen wollen
Mehr Welt Politik Bio oder billig? Der Verbraucher muss gutes Essen wollen
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22:54 09.01.2019
Frischer Spinat schmeckt auch aufgewärmt. Voraussetzung ist nur, dass er nach dem Kochen schnell im Kühlschrank landet. Quelle: Christin Klose/dpa-tmn
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Berlin

 Der Titel „Ernährungsreport“ führt in die Irre. Denn die 45 von Bundesagrarministerin Julia Klöckner (CDU) vorgelegten Seiten sind kein Bericht über Fakten, sondern eine Mischung aus wahren Angaben und Fiktionen.

1000 Deutsche ab 14 Jahren wurden von Forsa darüber befragt, was sie gern essen, ob sie gern kochen oder wie viel Geld sie für Fleisch aus artgerechter Tierhaltung ausgeben würden. Die Erfahrung lehrt: Viele Befragte geben häufig sozial erwünschte Antworten und machen sich ein wenig besser als sie tatsächlich sind.

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Das könnten Politik und Wirtschaft lernen

Dennoch lohnt der Blick auf die Ergebnisse. Zum einen, weil den meisten Deutschen offenbar immer klarer wird, dass gutes Essen nicht bloße Nahrungsaufnahme oder Genuss ist, sondern mitentscheidend für Gesundheit und langes Leben. Zum anderen ergeben sich hieraus ernstzunehmende Handlungsanleitungen für Politik und Wirtschaft. Die Frage ist doch: Nimmt der Verbraucher, was ihm vorgesetzt wird, oder setzt er seinen Willen bei den Angeboten durch?

Und hier kommen wir der Wahrheit ein Stück näher, wenn wir ein Blick in die Frischeabteilungen und Kühltheken der Discounter richten. Wenn alle, die angeben, mehr Geld für Fleisch aus Betrieben auszugeben, die massiv in Tierwohl investieren, genau dies täten: Wäre dann nicht auch eine deutliche Verschiebung des Angebots und des Umsatzes im Supermarkt erkennbar? Der Bund für ökologische Lebensmittelwirtschaft hat jedoch zuletzt den Anteil von Bio-Fleisch an der Gesamtverkaufsmenge in Deutschland mit knapp 2,5 Prozent angegeben. Das ist gewiss noch ausbaufähig.

So klappt’s auch mit Bio-Lebensmitteln

Letztlich muss es jedoch politisch auch darum gehen, dass allen gesunde Ernährung möglich ist. Bio war noch vor wenigen Jahren – real und im Bewusstsein – nur etwas für Gutverdienende. Das ändert sich allmählich. Gut so! Wichtiger wird deshalb, überhaupt zu wissen, wie und was man gesund isst und trinkt.

Von Thoralf Cleven/RND

Der Artikel "Bio oder billig? Der Verbraucher muss gutes Essen wollen" stammt von unserem Partner, dem RedaktionsNetzwerk Deutschland.