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07:31 07.05.2009
Afghanistans Präsident Hamid Karsai (von links), US-Präsident Barack Obama und Pakistans Präsident Asif Ali Zardari. Quelle: afp//Jim Watson
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Die USA würden „alle Anstrengungen unternehmen, um zivile Opfer zu vermeiden“, sagte Obama nach einem Dreiergipfel mit den Präsidenten Afghanistans und Pakistans, Hamid Karsai und Asif Ali Zardari, in Washington.

Den Kampf gegen die Aufständischen in Afghanistan und Pakistan nannte der US-Präsident eine schwierige Aufgabe. Es werde „noch mehr Gewalt und auch Rückschläge geben“, sagte er. Zugleich äußerte er seine Zufriedenheit darüber, dass Karsai und Zardari sich der Ernsthaftigkeit der Bedrohung bewusst seien und ihre Entschlossenheit bekräftigt hätten, dagegen vorzugehen. Auch US-Außenministerin Hillary Clinton sprach von „vielversprechenden ersten Signalen“.

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Karsai sagte, Pakistan und Afghanistan seien „siamesische Zwillinge“. Afghanistan werde alles dazu beitragen, beiden Ländern Frieden und Wohlstand zu bringen. Zardari versicherte, dass die pakistanische Demokratie ihren Aufgaben gewachsen sei. Das pakistanische Volk stehe an der Seite der Völker in Afghanistan und in den USA im gemeinsamen Kampf gegen den Terrorismus.

Die Gespräche in Washington wurden überschattet von Berichten über ein von der US-Luftwaffe am Montagabend in Westafghanistan angerichtetes Blutbad. Die mehr als 100 Todesopfer in der entlegenen Provinz Farah waren nach Angaben der afghanischen Polizei größtenteils Zivilisten, unter ihnen Frauen, Kinder und Greise. Karsai ordnete die Überprüfung von Meldungen an, wonach durch die Angriffe sogar mehr als 150 Menschen getötet wurden. Im pakistanischen Swat-Tal an der Grenze zu Afghanistan töteten Regierungstruppen am Mittwoch nach eigenen Angaben mehr als 80 Aufständische.

Bei dem Krisengipfel in Washington ging es um das gemeinsame Vorgehen gegen die islamistischen Taliban und das El-Kaida-Netzwerk in Afghanistan und Pakistan sowie um die Sicherung des pakistanischen Atomwaffenarsenals. Afghanistan und Pakistan sind wichtige Verbündete der USA im Anti-Terror-Kampf. In Obamas Regierung wachsen aber die Zweifel an ihrer Effizienz im Kampf gegen den Extremismus, da die Taliban in beiden Ländern wieder erstarkt sind.

Außenministerin Clinton äußerte im Namen der US-Regierung in Washington ihr Bedauern über den Tod unschuldiger Menschen. Jeder Verlust von Zivilisten sei „ganz besonders schmerzhaft“, sagte sie im Beisein von Karsai und Zardari. Karsai sicherte sie zu, die Umstände des Einsatzes im Distrikt Bala Buluk in Farah in einer gemeinsamen Untersuchung zu klären.

afp