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Politik Geheimdienst verhindert Terroranschlag auf dänische Zeitung
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15:08 29.12.2010
Ein Polizeiwagen steht vor der Redaktion der Zeitung „Jyllands-Posten“ in Kopenhagen. Quelle: dpa (Archiv)
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Die dänische Polizei hat offenbar einen Terror-Anschlag gegen die Zeitung „Jyllands-Posten“ vereitelt. Wie der Polizei-Geheimdienst PET am Mittwoch mitteilte, wurden vier Personen wegen Vorbereitung eines „kurz bevorstehenden bewaffneten Angriffs“ auf die Kopenhagener Redaktion des Blattes festgenommen.

Drei der vier Verdächtigen wohnten in Schweden und seien in der Nacht zum Mittwoch nach Dänemark gekommen. Bei ihnen handele es sich um einen 44-jährigen Tunesier, einen 29-jährigen gebürtigen Libanesen und einen 30-Jährigen, dessen Herkunft unklar sei. Der vierte Verdächtige sei ein Asylbewerber aus dem Irak, hieß es.

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„Ein unmittelbar bevorstehender Terroranschlag ist vereitelt worden“, sagte PET-Chef Jakob Scharf. Bei einigen der Terrorverdächtigen handele es sich um militante Islamisten. Nach Angaben des Geheimdienstes wollten die vier Festgenommenen in das Gebäude eindringen, wo das Kopenhagener Büro des „Jyllands-Posten“ untergebracht ist, und „so viele der anwesenden Menschen töten wie möglich“.

Den Festnahmen sei eine enge Zusammenarbeit mit der schwedischen Polizei vorausgegangen, sagte Scharf. Den vier Verdächtigen drohe eine Anklage wegen versuchter terroristischer Aktivitäten. Am (morgigen) Donnerstag sollten sie in der Untersuchungshaft vernommen werden.

„Jyllands-Posten“ veröffentlichte im September 2005 Karikaturen des Propheten Mohammed. Die Zeichnungen, die Mohammed unter anderem mit einer Bombe im Turban darstellten, wurden von anderen Zeitungen nachgedruckt und führten Anfang 2006 zu teils gewaltsamen Protesten in islamischen Ländern.

Empörte Muslime verwiesen auf das Verbot, den Propheten bildlich darzustellen und sprachen von Blasphemie. „Jyllands-Posten“ schrieb, auch Muslime müssten sich damit abfinden, „verhöhnt, verspottet und lächerlich gemacht zu werden“. Obwohl sich die Zeitung zu diesem Zeitpunkt schon entschuldigt hatte, zündeten wütende Muslime im Februar 2006 unter anderem in Syrien und im Libanon dänische Vertretungen an.

dpa/afp/dapd

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