Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Politik G7-Auftakt: Biden begrüßt Pläne für Impfspende an ärmere Länder
Mehr Welt Politik G7-Auftakt: Biden begrüßt Pläne für Impfspende an ärmere Länder
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:32 11.06.2021
Boris Johnson (l), Premierminister von Großbritannien, spricht bei einem Gruppenbild mit Joe Biden, Präsident der USA, vor dem Carbis Hotel zu Beginn des G7-Gipfels. Der G7-Gipfel findet vom 11. bis 13. Juni in Carbis Bay, St Ives in Cornwall statt.
Boris Johnson (l), Premierminister von Großbritannien, spricht bei einem Gruppenbild mit Joe Biden, Präsident der USA, vor dem Carbis Hotel zu Beginn des G7-Gipfels. Der G7-Gipfel findet vom 11. bis 13. Juni in Carbis Bay, St Ives in Cornwall statt. Quelle: Patrick Semansky/AP Pool/dpa
Anzeige
Carbis Bay

US-Präsident Joe Biden hat die Pläne der G7-Gruppe zur Spende von einer Milliarde Corona-Impfdosen für ärmere Länder nach Angaben des Weißen Hauses als historisch begrüßt. Diese Verpflichtung bilde die Grundlage für ein umfassendes Paket von G7-Maßnahmen zur Beendigung der Pandemie im nächsten Jahr, teilte das Weiße Haus am Freitag zum Auftakt des Gipfels sieben führender Industriestaaten mit.

Die britische Regierung als Gipfel-Gastgeber hatte davor mitgeteilt, dass die G7 ärmeren Staaten mit einer Milliarde Impfdosen helfen wolle. Die bis nächstes Jahr geplante Unterstützung solle sowohl durch Verteilung als auch durch Finanzierung von Impfstoff möglich werden.

USA wollen mit einer halben Milliarde gespendeter Impfdosen vorangehen

Das Weiße Haus teilte mit, der Aktionsplan, der bei dem dreitägigen Treffen beschlossen werde, umfasse die Impfung der weltweit am stärksten gefährdeten Menschen, die Bereitstellung von Notvorräten und die Unterstützung des weltweiten wirtschaftlichen Aufschwungs.

Bestandteil seien auch Maßnahmen, damit sich die internationale Gemeinschaft auf künftige Pandemien vorbereiten und diese verhindern, erkennen sowie darauf reagieren könne. Die USA - die eine Spende von einer halben Milliarde Impfdosen angekündigt haben - würden die G7-Staaten in einer globalen Impfkampagne anführen.

„Die Vereinigten Staaten bleiben dem Ziel verpflichtet, Leben zu retten und die Covid-19-Pandemie jetzt zu beenden“, hieß es in der Mitteilung weiter. „Wir rufen andere Länder und Partner aus dem Privatsektor auf, dieses Ziel zu unterstützen.“

Britischer Premier freut sich über persönliche Gespräche

Währenddessen hat der britische Premierminister Boris Johnson die Bedeutung der Zusammenkunft unterstrichen. „Dieses Treffen muss unbedingt stattfinden“, sagte Johnson vor Beginn der ersten Arbeitsgespräche. Die Staats- und Regierungschefs müssten sicherstellen, dass sie die Lektionen aus der Corona-Pandemie gelernt haben und dass die Volkswirtschaften wieder ansprängen, sagte der Regierungschef. Es sei entscheidend, dass die Welt gemeinsam auf die Krise reagiere.

Johnson ist in diesem Jahr Gastgeber des Treffens finanzstarker Demokratien, da Großbritannien den Vorsitz inne hat. Es ist die erste Zusammenkunft in diesem Format seit Beginn der Pandemie. „Es ist wirklich wunderbar, alle persönlich zu sehen“, sagte Johnson. Dies bedeute einen deutlichen Unterschied zu Online-Formaten wie Videokonferenzen.

Johnson träumt von einer grüneren, gerechteren und weiblicheren Welt

Johnson sagte, er sehe große Chancen für einen Wiederaufbau. Die G7 seien vereint in ihrer Vision einer ambitionierteren, grüneren Welt, die Lösungen für den Klimawandel findet. In grünen Technologien liege zudem die Chance zum Aufbau zahlreicher Jobs.

„Das ist es, was unsere Bürger wollen: Sicherstellen, dass wir gemeinsam die Pandemie besiegen“, sagte Johnson. Die Erholung von der Pandemie müsse besser, grüner, fairer, gerechter und weiblicher ausfallen. Falls Ungleichheiten bestehen blieben, bestehe die Gefahr, dass die Pandemie eine „bleibende Narbe“ hinterlasse.

Johnson ruft zur Hilfe für Kinder auf

Außerdem rief er zur Unterstützung von Kindern weltweit auf. Vor allem Mädchen seien von der Corona-Pandemie betroffen, sagte Johnson am Freitag einer Mitteilung zufolge. Für die Erholung nach der Krise sei es besonders wichtig, dass allen Mädchen eine gute Schulausbildung ermöglicht werde. Demnach bestätigten die G7-Staats- und Regierungschefs das Ziel, in den kommenden fünf Jahren 40 Millionen Mädchen zusätzlich in Schulen zu bringen.

„Der beste Weg, Ländern aus der Armut zu helfen und einen weltweiten Wiederaufbau einzuleiten, ist, in Bildung und vor allem in die Bildung von Mädchen zu investieren“, sagte Johnson. Es sei „eine Quelle internationaler Schande“, dass Kindern nur deshalb eine gute Zukunft verwehrt werde, weil sie Mädchen sind. Johnson kündigte zusätzliche Hilfen von 430 Millionen Pfund (500 Mio Euro) an, die über die Organisation Globale Bildungspartnerschaft (GPE) eingesetzt werden sollen. Die britische Regierung betonte, damit werde mehr als einer Milliarde Kindern weltweit geholfen.

Johnson rief die G7 auf, dem britischen Beispiel zu folgen. Ziel müsse sein, dass jedes Mädchen zwölf Jahre gute Ausbildung erfährt. Italien und die EU-Kommission hätten bereits Zusagen von 25 beziehungsweise 700 Millionen Euro gemacht. Johnson kündigte zudem für Ende Juli einen Weltbildungsgipfel an, den Großbritannien gemeinsam mit Kenia in London organisiere. Dabei sei das Ziel, insgesamt fünf Milliarden US-Dollar (4,1 Mrd Euro) für die Arbeit von GPE in den kommenden fünf Jahren zu sammeln.

Mehr zum Thema

Boris Johnson: Klimawandel bedroht Weltsicherheit

Europapolitiker kritisieren Kremlrepressionen gegen Oppositionelle

Treffen vor G7-Gipfel: Joe Biden schenkt Boris Johnson ein Fahrrad

Zur G7 gehören außer Großbritannien auch Deutschland, Frankreich, Italien, Japan, Kanada und die USA. Die Staats- und Regierungschefs der wirtschaftsstarken Demokratien kamen am Freitag erstmals seit zwei Jahren wieder persönlich zusammen. Außerdem nehmen EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen sowie EU-Ratspräsident Charles Michel an der dreitägigen Konferenz teil.

RND/dpa

Der Artikel "G7-Auftakt: Biden begrüßt Pläne für Impfspende an ärmere Länder" stammt von unserem Partner, dem RedaktionsNetzwerk Deutschland.