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09:48 19.12.2012
Im weihnachtlichen Bethlehem hofft man auf Frieden zwischen Palästinensern und Israel. Quelle: dpa
Bethlehem

Auf dem Manger-Platz vor der Geburtskirche Jesu Christi in Bethlehem im Westjordanland werden die letzten Vorbereitungen für Weihnachten getroffen. Der Klang von Hämmern mischt sich mit einem babylonischen Sprachengewirr. Arabisch der einheimischen Palästinenser, aber auch Englisch, Deutsch und sehr viel Russisch der Pilger ist zu hören. Ein orthodoxer Priester schreitet an diesem kühlen Adventsmorgen mit hochgezogenen Schultern und - vielleicht ein Gebet - murmelnd durch die Menge. Die Arbeiter, die sich mit einem riesigen Christbaum abmühen, scheint er kaum wahrzunehmen.

Eine Schar Pilger hingegen bleibt neugierig stehen, bevor sie von ihrem Führer zur Geburtskirche weitergelotst wird. Wenn sie sich durch die niedrige Eingangstür gezwängt haben, empfängt sie ein dunkler Kirchenraum. Rechts vom Altar geht es an Dutzenden dünnen, langen Kerzen vorbei hinab in die Grotte, in der Jesus vor mehr als 2000 Jahren geboren worden sein soll. Auf der anderen Altarseite kommen die Besucher wieder nach oben, wo orthodoxe Christen die Gelegenheit nutzen, Bitten auf kleine Zettel zu schreiben. Priester sammeln diese ein und nehmen dabei auch gerne eine milde Gabe an.

In der angrenzenden Katharinenkirche zelebriert an Heiligabend der lateinische Patriarch Fuad Twal die Mitternachtsmesse. Dabei wird er sicher auch die wieder enttäuschten Hoffnungen auf Frieden zwischen Palästinensern und Israel ansprechen. Der auf Ausgleich bedachte Palästinenserpräsident Mahmud Abbas hat zwar die Anerkennung Palästinas als UN-Beobachterstaat erreicht, aber vor Ort ist die Lage alles andere als friedlicher geworden.

Zwischen der Hamas im Gazastreifen und Israel gab es im November wieder einen blutigen Schlagabtausch, bei dem mindestens 170 Palästinenser und sechs Israelis starben. Und auch im Westjordanland brodelt es wieder verstärkt. Den Inhabern von Souvenierläden, die eine ganze Längsseite des Manger-Platzes einnehmen, verhageln schlechte Nachrichten aus dem Heiligen Land leicht das Geschäft. Unermüdlich versuchen sie, Touristen zu ihren Auslagen zu locken: Kruzifixe in allen Größen, biblische Szenen, Weihnachtskrippen, Kamele sowie immer wieder Josef und Maria und natürlich der Heiland selbst, alles aus Olivenholz geschnitzt.

„Dieses Weihnachten ist ganz einzigartig“, sagt die palästinensische Tourismusministerin Rula Maaja. Damit spielt sie auf den neuen UN-Beobachterstatus für Palästina und die Aufnahme der Palästinenser in die UN-Kulturorganisation Unesco im vergangenen Jahr an. Im Juni war die Geburtskirche dann zum Weltkulturerbe erklärt worden. „Die Entscheidung der Unesco bedeutet, dass noch mehr Touristen nach Palästina kommen werden, um die Stadt unseres Herrn Jesus Christus zu besuchen“, hofft sie.

2011 kamen etwa zwei Millionen Besucher ins Westjordanland. Dieses Jahr sollen es 20 Prozent mehr werden. Die größte Gruppe stellen Besucher aus den orthodoxen Ländern der früheren Sowjetunion, vor allem Russland und der Ukraine. Unzufrieden sind die Stadtoberen jedoch damit, dass fast nur Tagesgäste kommen. Dabei hat Bethlehem mit nur 30 000 Einwohnern inzwischen in 33 Hotels 3700 Zimmer zu bieten.

Das größte Hindernis für den Tourismus ist für die Ministerin die israelische Besatzung. „Wie in anderen Gegenden auch haben wir hier große Probleme mit den israelischen Siedlungen“, klagt der Präsident der örtlichen Handelskammer, Samir Hasbun. Jerusalem liegt nur wenige Autominuten nördlich, aber die Siedlungen schieben sich immer mehr zwischen die beiden Städte.

Erschwerend kommt die Mauer hinzu, die Israel zum Schutz gegen Anschläge entlang der Grenze zum Westjordanland und um Jerusalem herum gebaut hat. Für die Palästinenser ist die bis zu acht Meter hohe Betonanlage ein Schandmal, das sie stets an die Besatzung erinnert. „Bethlehem ist ein Symbol der Hoffnung und des Friedens, aber die Lage ist kompliziert und schwierig“, sagt Hasbun.

dpa

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