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Politik Sicherheitskräfte vereiteln Anschlag in Frankreich
Mehr Welt Politik Sicherheitskräfte vereiteln Anschlag in Frankreich
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11:06 25.03.2016
Die französischen Sicherheitsbehörden haben offenbar ein neues Attentat verhindert. Quelle: dpa/Symbolfoto
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Paris

Zwei Tage nach den Anschlägen von Brüssel haben französische Behörden mit der Festnahme eines Verdächtigen nach eigenen Angaben einen Anschlagsplan durchkreuzt. Das Terrorvorhaben sei in einem "fortgeschrittenen Stadium" gewesen, sagte Innenminister Bernard Cazeneuve am späten Donnerstagabend. Zeitgleich zu seiner Stellungnahme lief in einem Vorort von Paris ein Anti-Terror-Einsatz. Beamte durchsuchten in Argenteuil nordwestlich der Hauptstadt ein Apartment in einem Wohngebäude, sagte Cazeneuve.

Offenbar konkrete Anschlagspläne

Der Minister sprach von einer bedeutenden Festnahme. Die betreffende Person sei Franzose und stehe im Verdacht, eine wichtige Rolle bei der Anschlagsplanung gespielt zu haben. Sie habe sich in einem Terrornetzwerk bewegt, das in Frankreich zuschlagen wollte. Der Festnahme durch den Inlandsgeheimdienst am Donnerstagmorgen seien wochenlange intensive Ermittlungen vorausgegangen. Bislang gebe es keine greifbaren Hinweise auf einen Zusammenhang mit den Anschlägen von Paris und Brüssel, sagte Cazeneuve. "Die laufende Untersuchung wird die Umrisse dieses kriminellen Unterfangens und die möglichen Komplizenschaften klären."

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Das Wohngebäude in Argenteuil sei geräumt worden, zum Zeitpunkt seiner Rede bereiteten Sprengstoffexperten demnach die Durchsuchung der Wohnung und gemeinschaftlich genutzter Bereiche des Gebäudes vor. Nähere Details zu dem Anschlagsplan, der festgenommenen Person und dem Ziel der Operation in Argenteuil nannte der Minister nicht. 

Verbindung zu Pariser Anschlägen vom November

Nach Angaben der Medien soll der Festgenommene zusammen mit dem als Kopf der Pariser Anschläge geltenden Islamisten Abdelhamid Abaaoud 2015 in Brüssel verurteilt worden sein. Demnach würden beide Männer im Zusammenhang mit Rekrutierungen von islamistischen Kämpfern für Syrien in Abwesenheit verurteilt. Insgesamt sollen es 28 Verurteilungen gegeben haben. Abaaoud war bei einem Polizeieinsatz in Saint-Denis bei Paris wenige Tage nach den Anschlägen vom 13. November ums Leben gekommen. Bei den Attacken hatten drei Terrorkommandos 130 Menschen in Paris und Saint-Denis ermordet. In Frankreich gilt seitdem der Ausnahmezustand, die Behörden warnen regelmäßig vor einer hohen Bedrohung.

Cazeneuve betonte, Anti-Terror-Ermittler hätten seit Anfang des Jahres bereits 75 Personen in Frankreich im Zusammenhang mit terroristischen Aktivitäten festgenommen. Gegen 37 seien Anklageverfahren eingeleitet worden. 

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dpa/afp

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