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Politik Flüchtlinge verlassen auf Lampedusa Rettungsschiff “Open Arms”
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23:23 28.08.2019
Das Rettungsschiff "Open Arms" kommt auf der italienischen Insel Lampedusa an. Quelle: Salvatore Cavalli/AP/dpa
Rom

Ende einer Odyssee auf See: Die seit Wochen auf dem Rettungsschiff "Open Arms" festsitzenden Migranten haben Italien erreicht. Sichtlich erleichtert gingen sie in der Nacht auf Mittwoch im Hafen der Insel Lampedusa einer nach dem anderen einen Landungssteg hinunter. "Endlich hat der Alptraum ein Ende und 83 Menschen an Bord werden an Land sofort Hilfe erhalten", twitterte die Hilfsorganisation Proactiva Open Arms.

Der sizilianische Staatsanwalt Luigi Patronaggio hatte am Dienstag angeordnet, dass das Rettungsschiff "Open Arms" beschlagnahmt und die Migranten und Flüchtlinge an Land gebracht werden sollten. Zuvor waren 15 von ihnen ins Wasser gesprungen und hatten es bis nach Lampedusa geschafft.

Die Migranten harren bereits seit Anfang August auf dem Schiff aus, weil der italienische Innenminister Matteo Salvini der "Open Arms" ein Einlaufen in einen italienischen Hafen bei Strafe verboten hatte. Und das auch nachdem sechs andere europäische Länder zugesagt hatten, die Migranten aufzunehmen.

Im Video: Nach mehreren Wochen dürfen die Flüchtlinge auf der "Open Arms" an Land

Migranten verlassen Rettungsschiff „Open Arms"

Nachdem die Lage mit den Sprüngen der Migranten ins Wasser zunehmend außer Kontrolle geraten war, kündigte die spanische Regierung am Dienstag die Entsendung eines Kriegsschiffes an, um die "Open Arms" nach Mallorca zu eskortieren. Dieses wäre aber nicht vor Freitag in Lampedusa angekommen. Und die Hilfsorganisation Open Arms beklagte, dass die Lage für die verbliebenen 83 Passagiere zunehmend verzweifelt sei.

Staatsanwalt ermittelt wegen des Falls auch gegen Salvini

Staatsanwalt Patronaggio verschaffte sich am Dienstag selbst ein Bild von der Lage an Bord und ordnete daraufhin an, die "Open Arms" in einen italienischen Hafen einlaufen zu lassen, wie die Nachrichtenagentur Ansa berichtete. Der Staatsanwalt ermittelt wegen des Falls auch gegen Salvini.

Die Situation auf der "Open Arms" hatte dramatische Züge angenommen, als zunächst einer und dann immer mehr Migranten ins Wasser sprangen. Ähnliches war bereits am Sonntag geschehen. Lampedusa liegt nur einige hundert Meter entfernt und ist von der "Open Arms" aus deutlich zu erkennen. Auf Videos war zu sehen, wie die Migranten mit orangefarbenen Rettungswesten im Wasser schwimmen; manche in Gruppen, manche allein.

Hygienische Bedingungen waren immer schlechter geworden

Nachdem die Küstenwache den ersten Migranten rettete, weigerte dieser sich, zurück auf das Rettungsschiff zu gehen. Stattdessen wurde er auf die Insel transportiert. Das brachte danach weitere Menschen dazu, ebenfalls über Bord zu gehen, wie ein Reporter des spanischen Rundfunksenders TVE auf der "Open Arms" berichtete.

Alle 15 seien von der Küstenwache in Sicherheit und nach Lampedusa gebracht worden, meldete die Hilfsorganisation Open Arms im Anschluss. Damit waren noch 83 Migranten an Bord, wo die hygienischen Bedingungen immer schlechter wurden und die psychische Belastung zunahm.

RND/AP

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