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Politik Fehlzeiten durch psychische Erkrankungen: Die Firmen müssen handeln
Mehr Welt Politik Fehlzeiten durch psychische Erkrankungen: Die Firmen müssen handeln
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19:22 31.01.2020
Depressionen haben häufig eine physische Ursache (Symbolbild). Quelle: Marijan Murat/dpa
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Berlin

Es ist ein jahrelanger Trend, der nur eine Richtung kennt: Psychische Erkrankungen spielen bei den Fehlzeiten der Arbeitnehmer eine immer größere Rolle. Zwar sind die meisten Beschäftigten noch immer wegen Atemwegserkrankungen und Rückenschmerzen krankgeschrieben. Doch der Anteil der Menschen, die von Depressionen, Angststörungen oder Panikattacken betroffen sind, steigt. Das Fatale daran: Während Beschäftigte mit Atemwegserkrankungen im Schnitt etwa sieben Tage zum Auskurieren benötigen, fallen psychisch Erkrankte im Durchschnitt 37 Tage aus.

Stigmatisierung nimmt ab

Auch das zeigt nachdrücklich, wie groß der Handlungsdruck ist. Ein Fortschritt ist dabei schon erreicht: Weil das Thema zunehmend in der Öffentlichkeit diskutiert wird, hat die Stigmatisierung der Betroffenen erkennbar abgenommen. Über psychische Probleme im Freundes- oder sogar Kollegenkreis zu sprechen ist heute längst kein Tabuthema mehr. Erkrankte stoßen auch deshalb auf Verständnis, weil hoher Leistungsdruck, zunehmende Arbeitsverdichtung und vor allem eine ständige Erreichbarkeit in vielen Branchen für die Beschäftigten zur Normalität geworden sind.

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Die Digitalisierung der Arbeitswelt hat daran einen großen Anteil. Die Arbeit am Computer ist sehr transparent und damit viel besser kontrollierbar, Handys und E-Mail führen letztlich dazu, dass der Dienst nie aufhört. Mal eben am späten Abend zu Hause noch die Mails checken ist keine Kleinigkeit. Vielmehr haben Untersuchungen ergeben, dass dadurch der Stress permanent aufrechterhalten wird und Körper und Geist nie zur Ruhe kommen. Irgendwann kracht es dann.

Einige Unternehmen sind daher schon dazu übergegangen, die Kommunikationskanäle zum Feierabend zu kappen. Derartige Beispiele müssen Schule machen. Auch angesichts des zunehmenden Fachkräftemangels ist es im ureigenen Interesse der Unternehmen, dass ihre Beschäftigten gesund und leistungsfähig bleiben.

Von Tim Szent-Ivanyi/RND

Der Artikel "Fehlzeiten durch psychische Erkrankungen: Die Firmen müssen handeln" stammt von unserem Partner, dem RedaktionsNetzwerk Deutschland.