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Politik Fast 90 Tote bei Anschlag in Pakistan
Mehr Welt Politik Fast 90 Tote bei Anschlag in Pakistan
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11:50 02.01.2010
Die Opferzahl steigt: Mittlerweile gehen Behörden von 90 Toten und mehr als 50 Verletzten aus. Quelle: AP
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Ziel war offenbar ein Treffen von gegen die Taliban eingestellten Stammesältesten in einer nahe gelegenen Moschee, wie Polizeichef Ajub Chan mitteilte. Nach möglichen weiteren Opfern wurde am Samstag unter den Trümmern gesucht. Der Anschlag auf einem Sportplatz in der Ortschaft Lakki Marwat war der schwerste seit mehr als zwei Monaten.

Der Täter steuerte sein mit Sprengstoff beladenes Auto auf den Sportplatz, als dort gerade ein Volleyball-Turnier vor 300 Zuschauern stattfand. Laut Polizei brachte er rund 250 Kilogramm Sprengstoff zur Explosion. Durch die Wucht der Detonation stürzten mehr als drei Dutzend umliegende Häuser ein. „Nach dem Knall hörte ich Schreie, ich sah Staub, und ich sah Verletzte und Leichen“, sagte der 22-jährige Augenzeuge Mohammed Qayyum. Er verlor bei dem Anschlag seinen jüngeren Bruder.

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Der Anschlag war vermutlich ein Racheakt islamischer Extremisten, weil Bewohner von Lakki Marwat eine eigene Miliz zur Verteidigung gegen die Fundamentalisten gegründet haben. Lakki Marwat liegt in unmittelbarer Nähe von Nord- und Süd-Waziristan, zwei Zentren der Aufstandsbewegung. Im südlichen Teil haben die pakistanischen Streitkräfte mit Unterstützung der USA im Oktober eine Großoffensive gegen Kämpfer von Taliban und Al Kaida begonnen. Seitdem sind mehr als 500 Menschen bei Bombenanschlägen ums Leben gekommen.

US-Außenministerin Hillary Clinton verurteilte die Tat. Die USA stünden weiter an der Seite der Menschen in Pakistan, die sich für Demokratie und gegen Gewalt einsetzten. Der pakistanische Ministerpräsident Yousuf Raza Gilani erklärte am Samstag, die Terroristen wollten das Land destabilisieren und Angst und Schrecken verbreiten. Der regionale pakistanische Informationsminister Mian Iftikhar Hussain bekräftigte die Entschlossenheit der Regierung, weiter gegen die Extremisten vorzugehen. „Wir müssen sie noch offensiver bekämpfen“, sagte er.

apd