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20:52 09.07.2014
Von Hannah Suppa
Foto: Die Vorbereitungen für die Berliner Fashion Week laufen auf Hochtouren.
Die Vorbereitungen für die Berliner Fashion Week laufen auf Hochtouren. Quelle: dpa
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Berlin

Die zwei textilen Welten liegen in Berlin derzeit nur wenige Kilometer voneinander entfernt: Während am Alexanderplatz gerade die neueste Filiale des irischen Billig-Modelabels Primark eröffnet hat, entsteht im Hotel Adlon in den nächsten Tagen der „Green Showroom“ – eine Präsentationsfläche für Ökomode auf der Berliner Fashion Week. Designer aus aller Welt wollen von Dienstag an in der Hauptstadt zeigen, dass nachhaltige und faire Textilproduktion möglich ist.

Mal wieder. Es ist kein neues Thema für die Modewoche, doch nach den erneuten Schreckensmeldungen über Dumpinglöhne und schlechte Produktionsbedingungen in der Textilbranche ein besonders aktuelles. In dieser Woche präsentieren vier der 15 Einzelmessen ausschließlich Ökomode. Zu sehen gibt es Kleider aus Rhabarber, mit Mikroalgen gefärbte T-Shirt-Aufdrucke, Jeans zum Mieten – und alternative und ethische Wirtschaftsmodelle in der Kleiderfertigung. Gezeigt wird, was möglich wäre. In der Massenproduktion ist die Ökomode noch nicht angekommen.

„Das Thema Nachhaltigkeit in der Mode ist so oder so auf der Fashion Week präsent – auch abseits der öffentlichen Diskussion“, sagt Magdalena Schaffrin, Gründerin des „Green Showroom“. „Wir merken, dass das Thema mit jedem Jahr auf größeres Interesse stößt: Vor fünf Jahren haben wir mit 16 Ausstellern angefangen, jetzt sind es 124 Labels auf dem Greenshowroom und der Ethical Fashion Show Berlin, die beide von der Messe Frankfurt veranstaltet werden.“ Doch bei den Verbrauchern kommt das nur langsam an: Der Umsatzanteil von Textilien mit Öko-Label liegt nach Angaben der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) bei 3,7 Prozent.

Zwei große Laufstegschauen zeigen diese Woche in Berlin grüne Mode – unter anderem mit dem Naturkosmetik-Unternehmen Lavera aus der Region Hannover als Veranstalter. Danny Reinke, Jungdesigner und Fahmoda-Absolvent aus Hannover, präsentiert hier unter anderem seine Ideen für nachhaltige Mode: Die Wiederverwertung von Materialien, das Upcycling, ist sein Thema. Aus einer Schwimmweste entsteht ein Mantel, aus Fischertauen Oberteile.

200 000 Fachbesucher werden zur Fashion Week erwartet, die diesmal einen anderen Mittelpunkt hat: Weil die Straße des 17. Juni vor dem Brandenburger Tor mit der WM-Fanmeile belegt ist, muss das Fashion-Week-Zelt seinen Stammplatz verlassen und nach Wedding umziehen.

06.07.2014
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