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Politik Fake News lösen schwere Krawalle bei Flüchtlingslager aus
Mehr Welt Politik Fake News lösen schwere Krawalle bei Flüchtlingslager aus
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22:52 06.04.2019
Ein protestierender Mann schreit zwischen dichten Rauchwolken bei Zusammenstößen mit der Polizei nahe einem Flüchtlingslager im Dorf Diavata in der Nähe von Thessaloniki. Quelle: Angelos Tzortzinis/dpa
Athen/Thessaloniki

In Griechenland nahe der Grenze zu Nordmazedonien ist es den dritten Tag in Folge zu gewalttätigen Zusammenstößen zwischen Migranten und der Polizei gekommen.

Zahlreiche Migranten schleuderten am Samstagnachmittag Steine auf Polizisten. Die Beamten setzten ihrerseits Tränengas und Blendgranaten gegen Dutzende Menschen ein, wie griechische Medien übereinstimmend meldeten.

Wegen des Tränengases verloren einige Demonstranten, darunter auch Kinder, das Bewusstsein. Die Protestierenden zündeten Feuer an, um die Luft besser aushalten zu können. Zugleich brachen einige Feuer durch explodierende Blendgranaten aus.

Einige Migranten zündeten Feuer an, um besser Luft zu bekommen. Andere Brände wurden durch Blendgranaten der Polizei verursacht. Quelle: Giannis Papanikos/AP/dpa

In der Region haben sich rund 2000 Ausländer versammelt, die über Nordmazedonien nach Mitteleuropa weiterreisen wollen. Sie übernachteten zuletzt in Zelten rund um ein Flüchtlingslager bei Diavata.

Fake News in sozialen Netzwerken

In den vergangenen Tagen hatte im Internet das Gerücht die Runde gemacht, die Grenze zu Nordmazedonien sei offen. Das griechische Migrationsministerium erklärte dagegen, die Grenze werde nicht geöffnet.

Tränengas, Steinwürfe, Blendgranaten: Eine Frau versucht mit einem Kleinkind auf dem Arm vor den Krawallen zu flüchten. Quelle: Angelos Tzortzinis/dpa

Die Route ist seit gut drei Jahren dicht. In den Falschnachrichten heißt es den Angaben zufolge weiter, Busse von Nichtregierungsorganisationen warteten auf der anderen Seite der Grenze zu Nordmazedonien auf die Migranten.

Ein kleiner Junge weint nach dem Einsatz von Tränengas bei Zusammenstößen mit der Polizei nahe einem Flüchtlingslager im Dorf Diavata in der Nähe von Thessaloniki. Quelle: Angelos Tzortzinis/dpa

Ansammlungen von Flüchtlingen, die gen Norden reisen wollten, gab es auch in Athen. Dort besetzten am Freitag rund 300 Menschen den Hauptbahnhof der griechischen Hauptstadt. Der Bahnverkehr wurde für mehrere Stunden eingestellt. Die Besetzung wurde jedoch in der Nacht zum Samstag beendet, teilte die Eisenbahndirektion mit. Alle Züge fuhren wieder.

Während des Höhepunkts der Migrationskrise war entlang der Grenze zwischen Griechenland und Nordmazedonien ein Grenzzaun gebaut worden. Dieser steht noch und wird überwacht. Damit ist die sogenannte Balkanroute nach Mitteleuropa weitgehend geschlossen worden.

Sie führt von Griechenland über Nordmazedonien, Serbien und Ungarn nach Mitteleuropa. 2015 und 2016 waren mehr als eine Million Menschen über diese Route nach Deutschland gereist.

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Von RND/dpa/ka