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Politik Ex-CDU-Generalsekretär Polenz mischt Twitter auf
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16:22 13.04.2019
Ein Bild aus früheren Tagen: Ruprecht Polenz als Vorsitzender des ZDF-Fernsehrates im Jahr 2009. Quelle: Frank Rumpenhorst/dpa
Berlin

Die Tweets der vergangenen Stunden geben gut Aufschluss darüber, was Ruprecht Polenz so bewegt.

So kritisiert er, dass Bundesjustizministerin Katarina Barley (SPD) dem Sender „Russia Today“ ein Interview gab, betont auf die AfD gemünzt ferner, „mit rechtsradikalen Parteien geht man anders um als mit demokratischen“, und fragt schließlich, „ob der sich verfolgt fühlende“ Ex-Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz, Hans-Georg Maaßen, beim ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orbán „gleich um Asyl gebeten“ habe.

Maaßen hatte im ungarischen Staatsfernsehen erneut, wie es heißt, mit der Flüchtlingspolitik von Kanzlerin Angela Merkel „abgerechnet“ – jener Angela Merkel, die Polenz im April 2000 zum CDU-Generalsekretär erkor.

Der 72-Jährige, der 2013 aus dem Bundestag ausschied, hat seinen Twitter-Account zwar schon seit März 2015. Erst am zurück liegenden 17. März hat er ihn aber so richtig aktiviert. Und die Art, wie der Unruheständler aus Münster ihn aktiviert hat, fällt auf.

Viele Tweets, noch mehr Follower

Da ist die schiere Zahl der Tweets in kurzer Zeit. Es waren bis Freitag gegen 15 Uhr immerhin 927 und damit seit dem 17. März im Schnitt 34 pro Tag. In dieser Zeit gewann Polenz 4713 Follower – Tendenz steigend. Unterdessen ist er bei Facebook kaum weniger zugange.

Beim Telefonat via Skype aus Istanbul räumt Polenz lachend ein, dass „der Suchtfaktor“ von Social Media „nicht ganz klein“ sei, und fährt fort: „Wenn Sie jetzt meine Frau fragen würden, dann würde sie sagen: Na ja, das ist schon ein bisschen viel manchmal.“

Das wiederum hat viel mit Politik zu tun. Denn Polenz ist ein Liberaler in der CDU, ein „Merkelianer“. Die Merkelianer jedoch geraten unter Druck. „Ich hätte nicht geglaubt, dass dieses völkische Gedankengut in Deutschland wieder salonfähig werden könnte“, sagt Polenz mit Blick auf die Großwetterlage.

Überdies sehe er „mit Sorge, dass ein kleiner, aber lautstarker Teil der Partei das Gefühl hat, uns ginge es besser, wenn wir wieder so wären wie in den 80er-Jahren“. Das geht in erster Linie gegen die „WerteUnion“ und ihre „Merkel muss weg“-Parolen. 

Dem will Polenz, der im Lichte politischer Verschiebungen nach rechts nun zuweilen wie ein Linker erscheint, entgegenwirken und freut sich aus diesem Grund, dass „die Reichweite bei Twitter größer ist als bei Facebook“. „Ich möchte mich nach wie vor an politischen Debatten beteiligen und sie auch beeinflussen“, sagt er.

„Das macht ja auch Spaß“

Dabei ist nicht zuletzt der Tonfall bemerkenswert. Als CDU-Generalsekretär galt Polenz ja als (zu) freundlich und (zu) intellektuell. Ein Beißer-General war er nicht, im Gegenteil. 19 Jahre später spitzt derselbe Polenz mit Wonne zu und sagt, bei Facebook habe er „besser gelernt, Dinge auf den Punkt zu bringen“. Bei Twitter gehe es wegen der Beschränkung auf 280 Zeichen jetzt „halt darum, noch etwas stärker auf diesen Punkt zu fokussieren. Das macht ja auch Spaß.“

Unlängst fragte Follower Dennis Münch: „Ist das eigentlich wirklich Ruprecht Polenz?“ Der indes hatte schon Wochen vorher einem anderen Zweifler geantwortet: „Doppelgänger gibt´s heute nur im Münster-Tatort. Ich bin echt.“

Von Markus Decker/RND

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