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Politik Evangelische Kirche entschuldigt sich bei katholischen Bischöfen
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14:03 15.10.2009
Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz (DBK): Erzbischof Robert Zollitsch
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Der Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz (DBK), Erzbischof Robert Zollitsch, sagte am Donnerstag dem Deutschlandradio Kultur, nachdem die evangelische Seite sich entschuldigt und das Papier als „Missgriff“ bezeichnet habe, hätten sich die Gesprächsteilnehmer als „versöhnte Brüder“ wieder getrennt.

In dem Dokument werden dem Vatikan „handwerkliche Fehler“ vorgeworfen. Oberkirchenrat Thies Gundlach beklagt unter anderem, dass seit dem Amtsantritt von Papst Benedikt XVI. „Irritationen“ zu spüren seien, die ein „bedrückendes Bild“ ergäben. Kritisch äußert er sich auch über Zollitsch: „Eine orientierende und prägende Kraft geht nicht von ihm aus.“ Die katholische Kirche gebe in der Öffentlichkeit ein „eher diffuses Bild“ ab.

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Zollitsch sagte, es habe offenbar eine einzelne Person eine Art „Feindbeobachtung“ der katholischen Kirche machen wollen. Das Papier habe der Ökumene geschadet und Irritationen zwischen den Kirchen hervorgerufen. „Aber wir wollen das unsere dazu tun, dass sie möglichst geringer oder seltener werden, möglichst nicht vorkommen“, sagte der Erzbischof. Das Gespräch mit der EKD sei dazu ein neuer Anlauf gewesen.

In einer gemeinsamen Mitteilung von EKD und DBK hieß es, das Gespräch am Mittwochabend in Karlsruhe sei „offen, konstruktiv und im Geist christlicher Geschwisterlichkeit geführt“ worden. Beide Seiten seien davon überzeugt, dass das beschädigte Vertrauen wiederhergestellt werden könne. Die Kirchenkonferenz der EKD habe sich den Text bei ihrer Sitzung am 2. Juli „in keiner Weise zu eigen gemacht; sie hat ihn vielmehr klar zurückgewiesen“. Er sei später „anonym, missbräuchlich und gezielt verbreitet“ worden. Die evangelische Seite bitte alle um Entschuldigung, „die ihre Kirche und sich persönlich durch einzelne anstößige Aussagen beschwert fühlen müssen“.

ddp