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Politik Eskalation in Bangkok
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13:44 14.05.2010
Oppositionellen hatten zahlreiche Barrikaden in Brand gesteckt, weil sie ein Vorrücken der Sicherheitskräfte fürchteten. Quelle: dpa
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Am Donnerstagabend war ein Demonstrant in Bangkok durch eine Granatenexplosion ums Leben gekommen, ein Anführer der Demonstranten wurde in den Kopf geschossen und lebensgefährlich verletzt. Am Freitag gingen die UNruhen weiter und eskalierten.

Oppositionellen hatten zahlreiche Barrikaden in Brand gesteckt, weil sie ein Vorrücken der Sicherheitskräfte fürchteten. Außerhalb des Viertels hatten sich Rothemden und Sicherheitskräfte in gespannter Atmosphäre gegenüber gestanden. Polizei und Armee hatten die Zufahrtstraßen abgeriegelt.

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Die Sicherheitskräfte waren am Donnerstagabend - gut einen Monat nach dem letzten fehlgeschlagenen Versuch - erneut zu dem von den Oppositionellen besetzten Gelände vorgerückt. An verschiedenen Stellen waren Schüsse und Explosionen zu hören. Der radikalste Anführer der Demonstranten, Generalmajor Khattiya Sawasdipol genannt Seh Daeng, wurde mitten im Interview mit ausländischen Journalisten in den Kopf geschossen. Er lag am Freitag auf der Intensivstation im Krankenhaus. Ein Sprecher der Demonstranten machte Scharfschützen der Armee verantwortlich.

Auswärtiges Amt rät von Bangkok-Reisen „dringend“ ab

Wegen der schweren Auseinandersetzungen zwischen Sicherheitskräften und Demonstranten in Bangkok rät das Auswärtige Amt von Reisen in Thailands Hauptstadt dringend ab. Die Bundesregierung verfolge die aktuelle Entwicklung mit „großer Sorge“, sagte Ministeriumssprecher Andreas Peschke am Freitag in Berlin. Im Unterschied zu anderen diplomatischen Vertretungen blieb die deutsche Botschaft jedoch weiter geöffnet.

Wegen der ungewissen Lage hatte das Außenministerium bereits im vergangenen Monat eine Reisewarnung für Bangkok erlassen. Davon ausgenommen ist lediglich der Flughafen, der auch von europäischen Touristen und Geschäftsleuten stark benutzt wird. „Die Nutzung des Bangkoker Flughafens insbesondere als Transitflughafen für Flüge innerhalb Thailands oder ins Ausland ist derzeit nicht beeinträchtigt“, heißt es in den offiziellen Reisehinweisen.

Zur Arbeit der deutschen Botschaft sagte Peschke, die Funktionsfähigkeit sei „bis auf weiteres“ gewährleistet. Der Dienstbetrieb sei jedoch „auf ein Minimum reduziert“ worden.

dpa