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21:33 25.09.2009
Peer Steinbrück und Angela Merkel Quelle: ddp
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Am liebsten hätte die Kanzlerin den ganzen G-20-Gipfel zeitlich verlegt. Doch auf den deutschen Wahltermin am Sonntag nahmen die Staats- und Regierungschefs der wichtigsten Wirtschaftsmächte nun doch keine Rücksicht. Am Ende aber hat sich die Reise für Angela Merkel gelohnt. Nach einigem Widerstand im Vorfeld trug auf einmal US-Präsident Barack Obama doch so gut wie alle Vorschläge der Deutschen und Kontinentaleuropäer zur Finanzmarktregulierung mit. Zwei Tage vor der Wahl war das mehr, als Merkel vorher erwarten konnte. Mit Finanzminister Peer Steinbrück (SPD) zeigte sie sich in auffallender Eintracht.

Vorausgegangen waren erhebliche diplomatische Anstrengungen. Schon als Merkel nächtens in ihr Hotel in Pittsburgh eincheckte, gab ihr Abteilungsleiter für Wirtschaft im Kanzleramt, Jens Weidmann, Entwarnung. Während der acht Stunden, in denen Merkel und Steinbrück über den großen Teich geflogen waren, hatten sich die Verhandlungen gedreht. Die Amerikaner waren den Vorstellungen der Deutschen und Kontinentaleuropäer entgegen gekommen. Die anfangs bremsenden Briten konnten nichts mehr ausrichten. Für Insider sensationell war zum Beispiel, dass die Amerikaner nun auch das Basel-II-Abkommen zur Kreditvergabe umsetzen wollen. „Es hat sich bewährt, dass Deutschland bereit war, ein dickes Brett zu bohren“, sagte Merkel vor Journalisten.

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Dass in dieser Schlussphase des Wahlkampfs die schwarz-rote Gemeinschafts-Tour nach Pittsburgh leicht absurde Züge trug, versuchten Merkel und Steinbrück zu überspielen. Ganz gelang es ihnen nicht. Der SPD-Mann möchte am liebsten in der Großen Koalition weitermachen und hat das auch erkennen lassen. Aber er weiß: Zu nett darf er auch wieder nicht zu Merkel sein, sonst sind in der SPD wieder alle auf ihn böse.

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