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16:18 05.09.2019
Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan (l.) sagt, er verstehe nicht, warum sein Land keine eigenen Atomwaffen besitzen dürfe. Quelle: Uncredited/Pool Presidentical Pr
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Ankara

Der Flirt des türkischen Staatschef Recep Tayyip Erdogan mit Atomwaffen sollte Washington und Brüssel aufhorchen lassen. Zwar ist seine Erklärung, die Türkei müsse nuklear aufrüsten, wenn Israel, Iran und andere Nachbarn es ebenso tun, eine folgerichtige Reaktion auf die Kündigung des internationalen Atomabkommens mit dem Iran durch Washington. Schon früher haben türkische Spitzenpolitiker erklärt, sie würden eine atomare Bewaffnung des Nachbarn Iran nicht hinnehmen. Doch wozu braucht ein Nato-Mitglied, das unter dem Schutz des Bündnisses steht, überhaupt Atombomben?

Erdogans kaum verhüllte Drohung ist umso ungeheuerlicher, da die Türkei den Atomwaffensperrvertrag unterzeichnet hat. Doch schon lange vermuten westliche Geheimdienste, dass der Bau des ersten türkischen Atomkraftwerks Akkuyu an der Ägäisküste nicht nur dazu dienen soll, das Land von Energieimporten unabhängiger zu machen.

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Denn ginge es nur darum, könnten auch Wind- und Sonnenenergie gefördert werden. Die Türkei macht sich zudem in Akkuyu von den Brennstofflieferungen und dem Knowhow des russischen AKW-Erbauers Rosatom abhängig und hat den Standort in einem Erdbebengebiet riskant gewählt.

Erdogans Bemerkung passt zu seiner ambivalenten Haltung

Erdogans Absichten sind brandgefährlich. Nicht nur die Türkei, auch der regionale Konkurrent Saudi-Arabien will die Bombe, Ägypten wird sich nicht lumpen lassen, Israel hat sie bereits. Ein atomares Wettrüsten im notorisch instabilen Nahen Osten aber wäre ein Alptraum, den die EU und die NATO unter allen Umständen verhindern sollten.

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Erdogans Atomwaffenbemerkung passt jedoch auch zu seiner ambivalenten Haltung zur NATO und den USA - vor dem Hintergrund des gescheiterten Putschversuchs vom Juli 2016, dessen Drahtzieher der türkische Autokrat in Washington vermutet. Die russischen S-400-Raketenabwehrbatterien, deren Zweck auch darin besteht, US-Tarnkappenbomber abzuschießen, werden nicht ohne Grund in Ankara aufgestellt.

Erdogans Handeln ist davon bestimmt, sich vor einem möglichen weiteren Angriff zu schützen, unabhängig von allen außenpolitischen Zusammenhängen. Sein möglicher Griff nach der Bombe ist deshalb umso beunruhigender.

Von Frank Nordhausen/RND

Der Artikel "Erdogans Absichten sind brandgefährlich " stammt von unserem Partner, dem RedaktionsNetzwerk Deutschland.

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