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15:49 22.10.2014
Der Grabstein der auf der Gorch Fock ums Leben gekommenen Soldatin Jenny Böken zeigt sie in ihrer Uniform. Quelle: dpa
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Aachen

Die Eltern der 2008 auf der "Gorch Fock" über Bord gegangenen Kadettin Jenny Böken sind mit einer Entschädigungsklage gegen die Bundesrepublik Deutschland gescheitert. Das Verwaltungsgericht Aachen wies am Mittwoch ihre Klage auf 40.000 Euro Entschädigung nach dem Soldatenversorgungsgesetz zurück. Nach diesem Gesetz steht den Eltern eines Soldaten eine Entschädigung zu, wenn dieser bei der Dienstausübung unter besonderer Lebensgefahr stirbt. Den Eltern geht es nach eigenen Angaben nicht um Geld. Sie hoffen auf Erkenntnisse zu den Todesumständen ihrer Tochter.

Der nächtliche Wachdienst von Offiziersanwärtern auf der Gorch Fock auf dem Posten "Ausguck" ohne Sicherung sei bei entsprechender Wetterlage zwar lebensgefährlich. Der Wachdienst sei aber nicht mit einer besonderen Lebensgefahr verbundenen, stellte das Aachener Verwaltungsgericht fest. Es sei nicht wahrscheinlich, bei diesem Dienst zu sterben, begründete der Vorsitzende Richter Markus Lehmler das Urteil. "Wir sind enttäuscht", sagte der Vater Uwe Böken. Die Eltern wollen prüfen, ob sie Rechtsmittel einlegen.

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Wenn jemand beim Wachdienst nachts auf dem vorderen Ausguck von der "Gorch Fock" über Bord gehe, sei die Wahrscheinlichkeit für eine Rettung kleiner als ein Prozent, sagte Richter Markus Lehmler. Bei Seegang und hohen Wellen sei eine Rettung nahezu ausgeschlossen. Eine besondere Lebensgefahr sahen die Richter allerdings nicht. Auf der Gorch Fock habe es in über 50 Jahren als Segelschulschiff mit mehr als 14.000 Kadetten nur eine geringe Anzahl an tödlichen Unfällen gegeben. Jenny Böken aus Geilenkirchen in Nordrhein-Westfalen war 2008 während ihrer Nachtwache von dem Segelschulschiff über Bord gegangen. Die Kieler Staatsanwaltschaft sprach von einem tragischen Unglück. Die Todesumstände sind aber bisher nicht geklärt.

"So lange die Gesundheit das zulässt, werden wir keine Ruhe geben, bis wir wissen, was passiert ist", hatte der Vater Uwe Böken vor der Verhandlung gesagt. Die Eltern strengen seit Jahren vergeblich ein juristisches Verfahren nach dem anderen an. Vor dem Bundesverfassungsgericht wollen sie erreichen, dass gegen den Schiffsarzt und den damaligen Kommandanten wegen fahrlässiger Tötung ermittelt wird.

dpa

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