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Politik Elendsbekämpfung: Merkel und Niebel ziehen gemischte Bilanz
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15:06 19.09.2010
Angela Merkel kritisiert: Die Elendsbekämpfung gehe „viel zu langsam voran“.
Angela Merkel kritisiert: Die Elendsbekämpfung gehe „viel zu langsam voran“. Quelle: dpa
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Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Entwicklungsminister Dirk Niebel (FDP) haben vor dem UN-Millenniumsgipfel in New York eine gemischte Bilanz der weltweiten Elendsbekämpfung gezogen. Zusammen mit mehr als 100 Staats- und Regierungschefs aus aller Welt wollen sie von diesem Montag an den Stand der im Jahr 2000 aufgestellten Ziele für die Bekämpfung von Armut, Hunger, Mütter- und Kindersterblichkeit und Bildungsmangel bewerten. Hilfswerke forderten größere Anstrengungen der Staaten.

Vor zehn Jahren hatten 189 Staats- und Regierungschefs vereinbart, Hunger und Armut auf der Welt bis 2015 zu halbieren. Das Gipfeltreffen dauert drei Tage.

Die Elendsbekämpfung gehe „viel zu langsam voran“, kritisierte Merkel in ihrem wöchentlichen Video-Podcast. Zwar sei eine gute Nachricht, dass die Zahl der Hungernden auf der Welt im letzten Jahr um hundert Millionen gesunken sei. Aber: „Wir müssen schneller werden“. Deutschland werde seine Mittel für die Entwicklungshilfe „trotz unserer Sparprogramme“ nicht reduzieren.

Niebel erklärte, mit der Teilnahme am Millenniums-Gipfel „wollen wir deutlich machen, dass die Ziele erreichbar sind, wenn alle Entwicklungspartner mitwirken und ihre Verantwortung ernst nehmen“. Trotz einiger ermutigenden Erfolge seien „insbesondere Mütter- und Kindersterblichkeit nach wie vor untragbar hoch“.

Die Präsidentin der Welthungerhilfe, Bärbel Dieckmann, forderte konkrete Vorgaben vom UN-Gipfel. Nötig sei ein Aktionsplan, der Entwicklungsländer und Industriestaaten gleichermaßen in die Pflicht nehme, sagte Dieckmann der Nachrichtenagentur dpa. Nur so könnten die Millenniumsziele der Vereinten Nationen noch erreicht werden. Dieckmann äußerte sich optimistisch: „Wir sind näher dran, als wir noch vor einem Jahr gedacht haben.

Das Weltkinderhilfswerk der Vereinten Nationen, UNICEF, verlangte Anstrengungen vor allem für Kinder. “Über eine Milliarde Menschen leben heute in extremer Armut - mehr als die Hälfte davon sind Kinder“, erklärte der Vorsitzende von UNICEF, Deutschland, Jürgen Heraeus. „Sie müssen im Mittelpunkt aller Anstrengungen stehen, sonst scheitern die Millenniumsziele.“

dpa