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Politik Eklat bei Missbrauchs-Debatte - Bischof Ackermann „erschrocken“
Mehr Welt Politik Eklat bei Missbrauchs-Debatte - Bischof Ackermann „erschrocken“
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14:22 14.05.2010
Der Trierer Bischof und Missbrauchsbeauftragte der katholischen Kirche, Stephan Ackermann, nimmt an einer Podiumsdiskussion zum Thema Missbrauch in der katholischen Kirche teil. Quelle: dpa
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Erschrocken zeigte sich Bischof Stephan Ackermann nachdem es bei einer Missbrauchsdebatte auf dem Ökumenischen Kirchentag zu einem Eklat gekommen war: „Ich bin über den Verlauf der Veranstaltung ziemlich erschrocken, weniger über die Störung als über die Statements zum Thema“, sagte der Missbrauchsbeauftragte der Deutschen Bischofskonferenz, der Trierer Bischof Stephan Ackermann, am Freitag in München. Er bekam auch Buhrufe und Pfiffe für einige Äußerungen.

Der Vertreter einer Opfer-Initiative hatte auf dem Messegelände den Auftakt der zentralen Veranstaltung über sexuellen Missbrauch in der katholischen Kirche lautstark gestört. Zuvor waren Flugblätter mit Porträtfotos von Missbrauchsopfern von Priestern auf dem Hallenboden vor dem Podium ausgelegt und von Kirchentagshelfern umgehend aufgehoben worden. Rund 6000 Menschen begleiteten in der überfüllten Halle die emotional aufgeheizte Debatte immer wieder mit starkem Applaus, aber auch Unmutsäußerungen.

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Auf dem Podium forderten der Jesuitenpater Klaus Mertes, Leiter des Berliner Canisius Kollegs, und der katholische Theologe und Psychologe Wunibald Müller unter großem Applaus die Einführung des Frauenpriestertums und die Abschaffung des Zwangszölibats. Außerdem übte Müller ungewöhnlich scharfe Kritik an der Amtskirche: „Wir haben in den vergangenen 20 Jahren in der Kirche einen Personenkult entwickelt, der missbrauchsfördernd ist.“ In der Kirche fehle zudem eine offene Gesprächskultur. Es drohten schnell disziplinarische Konsequenzen oder es werde die Loyalität zur Kirche infrage gestellt.

Ackermann versicherte, dass die Kirche schnell und konsequent handeln werde. Für Präventionsarbeit werde das notwendige Geld bereitgestellt. Mit dem Runden Tisch der Bundesregierung gegen Kindesmissbrauch strebe man sinnvolle Lösungen an, Zahlungen an die Opfer für erlittenes Unrecht zu leisten. Hier gebe es aber noch keine Entscheidungen. Die Leitlinien der Bischofskonferenz über Missbrauch durch Priester sollen bis zum Sommer überarbeitet werden. Missbrauch sei nicht nur juristisch und menschlich ein Verbrechen und Vertrauensbruch. Ihn habe am meisten erschüttert, dass Menschen in ihrem Gottvertrauen völlig aus der Bahn geworfen worden seien, sagte Ackermann.

dpa

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