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Politik Einwanderer mehren den Reichtum
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22:53 05.10.2009
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Eines lautet: Die meisten armen Menschen ziehen weiter in arme Länder, und zwar zumeist in der eigenen Weltregion. Das zweite Ergebnis lautet: Die Industrieländer nutzen die Chancen der Migration viel zu wenig. Die Studie fordert deshalb einen Abbau von Barrieren, eine größere Freizügigkeit sowie eine bessere Migrations- und Integrationspolitik. Auch Geringqualifizierte sollten einfacher zuwandern können.

Die UN-Vertreterin Flavia Pansieri forderte bei der Vorstellung des Berichts in Berlin besonders für Deutschland eine bessere Sprachförderung. Zudem solle Europa mehr legale Einwanderungsmöglichkeiten eröffnen. Dies könne helfen, den demografisch bedingten Verlust an Arbeitskräften auszugleichen. Pansieri rief die Staatengemeinschaft auf, die Migration stärker in ihre Wirtschafts- und Entwicklungspolitik einzubeziehen. Entgegen gängiger Auffassung erhöhten Migranten in der Regel die Wirtschaftsleistung der Aufnahmeländer. Die Zuwanderung steigere im Allgemeinen die Beschäftigungsquote, Einheimische würden nicht aus dem Markt gedrängt.

Zugleich hebt der Bericht die Vorteile für die Migranten selbst hervor. Kämen sie aus den ärmsten Ländern, so könnten sie ihr Einkommen im Schnitt um das 15-Fache steigern, die Einschulungsquote verdopple sich, die Kindersterblichkeit sinke um das 16-Fache. Pansieri verwies darauf, dass die Rücküberweisungen von Migranten in ihre Herkunftsländer inzwischen die gesamte Entwicklungshilfe um ein Mehrfaches überstiegen. Zugleich brächten Migranten neue Ideen, Wissen und Ressourcen in ihr Heimatland.

Der Bericht mahnt allerdings, die Migration nicht als Ersatz für Entwicklung zu verstehen. Die Autoren betonen auch, dass der Verlust von Fachkräften einigen Ländern große Sorgen bereite. So lebten etwa in Großbritannien mehr malawische Ärzte als in Malawi und in der US-Hauptstadt Washington mehr äthiopische Ärzte als in ganz Äthiopien. Die Migrationsexpertin und ehemalige Bundestagspräsidentin Rita Süssmuth begrüßte den Ansatz des Berichts, der von den Fähigkeiten der Zuwanderer ausgehe. Flüchtlinge und Migranten müssten auch in Deutschland stärker gefördert, anstatt nur als Empfänger von Sozialhilfe wahrgenommen werden. Sie machte sich für den Gedanken einer zirkulären Arbeitsmigration stark, bei dem die Menschen wieder in ihr Heimatland zurückkehren.

Von den rund eine Milliarde Migranten weltweit bewegen sich nach UN-Angaben rund 740 Millionen nur innerhalb ihres eigenen Landes. Die Zahl der internationalen Migranten liegt bei ungefähr 240 Millionen, von denen wiederum die Mehrheit in Nachbarländer zieht. Etwa 70 Millionen Menschen wandern von Entwicklungsländern in Industrienationen. Der Hauptgrund für die Migration ist dem Bericht zufolge die Suche nach besseren Lebensbedingungen.

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