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Politik Drei Selbstmordanschläge auf Hotels in Bagdad
Mehr Welt Politik Drei Selbstmordanschläge auf Hotels in Bagdad
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21:12 25.01.2010
Am Montag kam es in Iraks Hauptstadt zu einer Anschlagserie. 36 Menschen kamen dabei ums Leben. Quelle: dpa
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Weitere 71 Menschen wurden bei den Bombenanschlägen auf die Hotels Palestine, Hamra und Babylon verletzt, die von Selbstmordattentätern verübt wurden. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon und die US-Regierung verurteilten die Gewalttaten.

„Der erste Anschlag richtete sich gegen das Hotel Palestine,“ sagte ein Sprecher des irakischen Innenministeriums. „Der zweite wurde in der Garage des Hotels Babylon verübt, der dritte in der Nähe des Hotels Hamra.“ Selbstmordattentäter zündeten demnach die Sprengsätze in drei Kleinbussen im Abstand weniger Minuten, den erste gegen 15.30 Uhr Ortszeit (13.30 Uhr MEZ). Nach den Explosionen stiegen große Rauchwolken zum Himmel auf. Im Palestine und Hamra waren vor und während des Irak-Kriegs vor allem ausländische Journalisten untergebracht, heute gehören vor allem irakische und ausländische Geschäftsleute zu den Gästen.

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Polizisten und Soldaten hinderten Journalisten daran, sich zu den Anschlagsorten zu begeben. Irakische Fernsehsender zeigten Bilder von zerstörten Betonwänden und ausgebrannten Autowracks. Das Hotel Palestine liegt im Stadtviertel Abu Nawas, in der Nähe stand früher ein riesiges Standbild des damaligen Präsidenten Saddam Hussein, das nach dem US-Einmarsch 2003 zu Fall gebracht wurde. Das Hotel Babylon liegt im Stadtviertel Karrada, das Hotel Hamra in Dschadrija, weiter südlich.

In Bagdad wurden in den vergangenen Monaten wiederholt Anschlagsserien verübt, für die Ministerpräsident Nuri el Maliki Anhänger Saddam Husseins und Mitglieder des Terrornetzwerks El Kaida verantwortlich machte. Für den 7. März sind im Irak Parlamentswahlen geplant. Es wird befürchtet, dass Aufständische im Vorfeld der Wahl verstärkt Anschläge verüben.

Ban erklärte in New York zur jüngsten Anschlagsserie in Bagdad, die Gewalt sei durch nichts zu rechtfertigen. Er rief die Iraker auf, „trotz solcher Angriffe weiter einen Weg der Versöhnung zu gehen, unter anderem durch die weitere Vorbereitung der Wahlen“.

US-Außenministerin Hillary Clinton sagte in Washington, nach ihrer Einschätzung würden sich Terroristen wie insbesondere das Terrornetzwerk El Kaida weiter „versuchen, den Einsatz des irakischen Volkes für eine demokratische Zukunft zum Scheitern zu bringen“. Trotz der Angriffe von Aufständischen, „die auf der Grundlage von Angst, Einschüchterung und Gewalt zu herrschen versuchen“, stellten die Iraker „ein großes Maß an Mut“ unter Beweis. Der britische Premierminister Gordon Brown erklärte in London, Gewalt habe „keinen Platz in Iraks Zukunft“.

afp