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Politik Dramatische Situation für Geiseln an Bord der „Hansa Stavanger“
Mehr Welt Politik Dramatische Situation für Geiseln an Bord der „Hansa Stavanger“
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12:21 05.07.2009
Die entführten Seeleute des Frachters „Hansa Stavanger“ sind am Ende ihrer Kräfte. Quelle: Dietmar Hasenpusch/AFP (Archiv)
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„Wir haben kein Wasser, kein Essen, keine Medikamente“, schildert der Kapitän in einer E-Mail nach Informationen des „Spiegel“ die dramatische Lage an Bord des am 4. April entführten Schiffes. Zur 24-köpfigen Mannschaft gehören fünf Deutsche, darunter der Kapitän und der nautische Offizier.

Der Mitteilung des Kapitäns zufolge sind viele Besatzungsmitglieder inzwischen krank. Einmal verklebten ihnen die Piraten die Augen, schossen knapp über ihre Köpfe hinweg. „Wir können nicht mehr“, schloss der Kapitän seine Botschaft.

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Die Lösegeldverhandlungen gestalten sich nach Informationen des „Spiegel“ schwierig, weil die Piraten immer wieder neue Forderungen stellten. Zuletzt war der Kontakt zwischen den Piraten und der Hamburger Reederei Leonhardt & Blumberg drei Wochen lang komplett abgebrochen. Seit vergangenem Freitag werde wieder verhandelt.

Die Bundesregierung appellierte an alle Beteiligten, verantwortlich zu handeln. Regierungssprecher Ulrich Wilhelm sagte der „Bild am Sonntag“: „Die Bundeskanzlerin wird regelmäßig über den aktuellen Stand informiert.“ Die Kanzlerin habe volles Vertrauen in den Krisenstab. „Die Bundesregierung fordert alle Beteiligten auf, ihrer Verantwortung gerecht zu werden,“ fügte er hinzu.

Die Bundesregierung hatte Medienberichten zufolge ursprünglich geplant, den Frachter durch 200 GSG-9-Elitepolizisten gewaltsam zu befreien, das Vorhaben aber wegen zu hoher Risiken aufgegeben.

afp