Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Politik „New York Times“: Deutsche diskutieren über Wölfe wie über Flüchtlinge
Mehr Welt Politik „New York Times“: Deutsche diskutieren über Wölfe wie über Flüchtlinge
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
22:33 24.04.2019
Ein Wolf steht in seinem Freigehege im Tierpark Hexentanzplatz. Quelle: Klaus-Dietmar Gabbert/ZB/dpa
Osnabrück/New York

Die Überschrift mutet bereits leicht zynisch an: „Die großen bösen Wölfe von Deutschland“, heißt es im Newsletter der „New York Times“. Die Zeitung beleuchtet das Problem, oder aus ihrer Sicht Nicht-Problem der nach Deutschland zurückkehrenden Wölfe.

„Ein paar Hundert Wölfe lassen sich allmählich in den ländlichen Gebieten Deutschlands in der Nähe der polnischen Grenze nieder“, so die Zeitung. „Aber, wenn man Politiker darüber sprechen hört, steht dem Land eine Invasion bevor.“

Die Art und Weise sei auffallend ähnlich zu der, wie Politiker über Migranten sprechen. Der Wolf werde zu einem „Objekt des Schreckens“ stilisiert. Und die Diskussion stehe sinnbildlich für die „nationalen Kulturkämpfe“.

Die wahre Gefahr, die vom Wolf ausgeht

Der Wolf sei sogar ein zentraler Bestandteil von einigen Kampagnen zu Regionalwahlen in der ehemaligen DDR, wo die Zahl der Wölfe am höchsten sei und politisch rechte Parteien stark seien, befindet das amerikanische Blatt weiter.

Lesen Sie auch: So jagte man früher einen Wolf

„Wölfe sind gefährlich und vermehren sich explosiv“, zitiert die „New York Times“ Silke Grimm, die bei der AfD in Sachsen für das Thema Wolf zuständig ist. Offiziell würde es heißen, alles sei unter Kontrolle. Die Formulierung würde man jedoch schon aus der Flüchtlingskrise kennen. „Niemand glaubt ein Wort davon.“

Als Einordnung der Aussagen schreibt die Zeitung weiter, es habe im letzten Jahrhundert laut der zuständigen Behörde keinen erfassten Fall gegeben, in dem ein Wolf einen Menschen getötet hätte.

FDP fordert grenzüberschreitende Betrachtung der Raubtiere

Unterdessen geht die Debatte um den Wolf in Deutschland weiter. Die FDP-Fraktion im Bundestag forderte ein europaweit einheitliches Monitoring von Wölfen. „Wölfe kennen keine Ländergrenzen“, sagte der umweltpolitische Sprecher Karlheinz Busen in der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. Es gebe eine gemeinsame deutsch-westpolnische Wolfspopulation, die auch bei der Feststellung des Erhaltungszustandes gemeinsam betrachtet werden müsse.

Lesen Sie auch: Grüne empört über Wolfs-Abschusspläne von Umweltministerin Schulze

Busen griff damit ein Argument der Befürworter einer Wolfsjagd auf: Bei grenzüberschreitender Betrachtung sei der Bestand der Raubtiere nicht mehr gefährdet. Eine gezielte Bejagung wäre damit rechtlich möglich.

Unterschiedliche Monitoringstandards

Dagegen teilte die Bundesregierung Busen nach Angaben der Zeitung auf Anfrage mit, dass es für diese Einschätzung keine Datengrundlage gebe. Deutschland und Polen arbeiteten derzeit mit unterschiedlichen Monitoringstandards, schrieb Umwelt-Staatssekretärin Rita Schwarzelühr-Sutter (SPD). Zudem sei keine fundiert wissenschaftliche Aussage darüber möglich, wie viele Wölfe derzeit in Deutschland lebten.

Lesen Sie auch den Kommentar: Der Wolf im Fadenkreuz: Das kann nicht die Lösung sein

Kritiker fordern eine Begrenzung auf 1.000 Tiere. Laut Bundesumweltministerium ist nur klar, dass „die Reproduktion der deutschen Wolfspopulation“ als positiv einzuschätzen sei. 2017 haben Wölfe nach den Zahlen der Bundesregierung in Deutschland 1.636 Nutztiere gerissen - vorrangig Schafe, aber auch zwei Alpakas und zwei Hunde. Zahlen für 2018 würden derzeit noch ausgewertet.

Lesen Sie auch: Erster Mensch in Deutschland von Wolf angegriffen? Fall wird überprüft

Von RND/ngo mit epd

Die Deutsche Bank hat einem Medienbericht zufolge Daten von Donald Trump an eine New Yorker Behörde übergeben. Das deutsche Kreditinstitut soll dem US-Präsidenten Kredite in Milliardenhöhe gewährt haben.

24.04.2019

Wie kaum ein Zweiter wütet und hetzt der US-Präsident auf Twitter über Gegner und Andersdenkende. Niemand ist vor ihm sicher – und jetzt nicht einmal mehr Twitter.

24.04.2019

Mit nur 15 Jahren schloss sich die Gymnasiastin aus Konstanz 2013 dem IS an. Jetzt muss sich Sarah O. in Deutschland vor Gericht verantworten – unter anderem wegen Sklavenhaltung.

24.04.2019